Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79707.html    Veröffentlicht: 26.11.2010 11:18    Kurz-URL: https://glm.io/79707

Innovationschef

Deutsche Telekom setzt auf Zukäufe und mehr Risiko

Der neue Innovationschef der Telekom ändert die Konzernstrategie und setzt auf mehr Risiko und Übernahmen. Die eigene Forschung und Entwicklung muss sich dem Wettbewerb auf dem Markt stellen. Edward Kozel war lange bei Cisco, wo er für Übernahmen und die Technologieplanung verantwortlich war.

Die Deutsche Telekom will künftig mit ihren Produkten und Diensten fast überall auf den beiden ersten Plätzen mitspielen. Gelingt dies nicht, setzt der Konzern auf Übernahmen und Beteiligungen. Das hat Technologie- und Innovationschef Edward Kozel der Tageszeitung Die Welt erklärt. "Unser Ziel ist es, mit Produkten und Diensten in den meisten Märkten Nummer eins oder Nummer zwei zu sein."

Die konzerneigene Forschung und Entwicklung gerät damit massiv unter Druck. Eigene Projekte kommen auf den Prüfstand. Das bedeute eine grundlegende strategische Veränderung für die Telekom, sagte Kozel, der seit Mai 2010 für den Bonner Konzern arbeitet.

Der Konzern werde nicht mehr wie bisher einen Großteil seiner Produkte und Dienste selbst entwickeln, statt auf Beteiligungen und Zukäufe zu setzen. "Dieses Verhältnis wird sich innerhalb von drei Jahren umkehren", sagte Kozel. Kein Unternehmen könne heute noch alles alleine machen.

"Das bedeutet auch, mehr Risiken einzugehen", erklärte er. Auch deshalb habe die Telekom einen US-Amerikaner als Innovationsvorstand engagiert. Kozel war zwölf Jahre bei dem weltgrößten Netzausrüster Cisco, wo er zuletzt den Titel Chief Technology Officer trug. Er war bei Cisco für die Technologieplanung, für Übernahmen, Gemeinschaftsunternehmen und gemeinsame Entwicklungen mit anderen Firmen zuständig. Hier war Kozel verantwortlich für circa 22 Unternehmenszukäufe im Bereich Technologie sowie für 25 Investitionen in Minderheitsbeteiligungen.

Vorher arbeitete der 55-Jährige für die Rüstungs- und Luftfahrtkonzerne Boeing und McDonnell Douglas und für das Stanford Research Institute (SRI International), wo er in frühen Entwicklungsprojekten am Arpanet, an der Architektur des Internet Protocol, TCP/IP und an Packet-Radio-Netzwerken arbeitete.

Kozel absolvierte ein Studium der Elektrotechnik an der University of California, Davis. Der einflussreiche Manager war auch Aufsichtsratsmitglied bei Cisco Systems, Red Hat, Tibco Software, Reuters, Network Appliances und Symbol Technology.  (asa)


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