Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79656.html    Veröffentlicht: 24.11.2010 14:04    Kurz-URL: https://glm.io/79656

Großbritannien

Abgeordnete fordert Alterskennzeichnung für Onlineinhalte

Die britische Abgeordnete Claire Perry will die Internetprovider für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pornografischen Inhalten in die Pflicht nehmen.

Das Internet sei voll von Pornografie und davor müssten die Kinder beschützt werden, findet die dreifache Mutter und konservative Unterhausabgeordnete Claire Perry. Sie weiß auch schon, wie: Die Internetprovider sollen ein Opt-in-System zur Altersverifikation aufbauen. Einen entsprechenden Vorschlag habe Perry gestern Abend im Unterhaus zur Debatte gestellt, berichtet die BBC.

Perry ist von der Notwendigkeit einer Alterskontrolle im Internet überzeugt: "Wir regulieren bisher bereits das britische Fernsehen, die Kinos, die Plakatwerbung und Zeitschriftenhändler, damit die Kinder keine unangemessenen Bilder sehen. Die Mobilfunkunternehmen sind dazu in der Lage, den Zugang zu Material für Erwachsene zu beschränken. Warum sollte es im Internet irgendwie anders sein?"

Zur Begründung für ihre Forderung verwies Perry auf die Ergebnisse einer Studie, wonach ein Drittel der unter Zehnjährigen bereits Pornografie im Internet gesehen habe. Und vier von fünf der 14- bis 16-Jährigen hätten erklärt, regelmäßig pornografische Fotos und Filme auf ihrem PC anzusehen. Perry erklärte darüber hinaus, dass sie auf einer Veranstaltung von Safermedia "überzeugende Belege für den dadurch verursachten Schaden gehört habe, unter anderem eine Explosion der Anzahl von Kindern, die mit einem 'Pornografie-Problem' in Suchtkliniken eingewiesen werden", berichtet The Register.

Safermedia bezeichnet sich selbst als gemeinnützige Organisation, die den "schädlichen Einfluss der Medien auf unsere Kinder, Familien und die Gesellschaft" reduzieren will. Der "Traum" von Safermedia sei es, dass "die Medien die Menschen positiv beeinflussen, um eine sicherere und glücklichere Gesellschaft für alle zu schaffen".

Als Verantwortliche für die Durchsetzung ihrer Regulierungspläne hat Perry die Internetprovider ins Auge gefasst. Diese fordert sie auf, "ein Opt-in-System anzubieten, das eine Altersüberprüfung für den Zugang zu pornografischem Material durchführt".

In einer Reaktion auf Perrys Forderung erklärte der für Kultur, Olympia, Medien und Sport zuständige Unterstaatssekretär und Abgeordnete Edward Vaizey, dass die Regierung für ein "leicht reguliertes Internet" sei und er Sympathie für Perrys Position habe. Vaizey teilte außerdem mit, dass die Regierung gegenwärtig Gespräche mit den wichtigsten britischen Providern darüber führe, wie illegale Inhalte aus dem Internet entfernt werden könnten. [von Robert A. Gehring]  (ji)


Verwandte Artikel:
BIU: Stärkung des Jugendmedienschutzes verabredet   
(17.09.2007, https://glm.io/54808 )
Gewalt: US-Präsident Trump will Gespräch mit Spielebranche   
(02.03.2018, https://glm.io/133100 )
USA: Symbol auf Spielen weist auf Kaufinhalte hin   
(28.02.2018, https://glm.io/133044 )
Jugendschutz: 6,1 Prozent der Spiele waren 2017 "ab 18"   
(07.02.2018, https://glm.io/132631 )
Landesmedienanstalten: Jugendschützer prüfen Verbot von Lootboxen   
(06.02.2018, https://glm.io/132614 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/