Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79648.html    Veröffentlicht: 24.11.2010 12:08    Kurz-URL: https://glm.io/79648

Öffentliche Ablehnung

Kuwait verbietet digitale Spiegelreflexkameras

Die Regierung Kuwaits soll digitale Spiegelreflexkameras in der Öffentlichkeit verboten haben. Menschen würden von den großen schwarzen Kameras irritiert, hieß es laut einem Zeitungsbericht zur Begründung.

Das Emirat Kuwait hat die Verwendung von digitalen Spiegelreflexkameras in der Öffentlichkeit offenbar verboten. Das berichtete die Tageszeitung Emirat Times unter Berufung auf einen Erlass der Ministerien für Information, für soziale Angelegenheiten und für Finanzen des arabischen Landes. Verboten sei die Verwendung der Digitalkameras auf der Straße und in Einkaufszentren. Journalisten seien von dem Verbot jedoch nicht betroffen.

Die Zeitung berichtet zur Begründung, dass sich viele Passanten fragten, ob digitale Spiegelreflexkameras nicht "aus den falschen Gründen verwendet werden. Große schwarze Kameras irritieren die Menschen." Ein Fotograf sagte der Zeitung, er würde mit seiner Spiegelreflexkamera im Auto oft angehalten, weil der Apparat mit einer Waffe verwechselt werde.

Hobbyfotografen stießen bei Passanten auf starke Ablehnung, so die Emirat Times weiter. Der Amateurfotograf Mohammed Al-Eisa sagte der Zeitung, dass er deswegen nur noch Tiere fotografiere. Menschen machten "regelmäßig eine Szene". "Ich wurde mit Problemen konfrontiert, seit dem ersten Tag, als ich mir meine Kamera kaufte", sagte der Mann, der seit zehn Jahren Hobbyfotograf ist. Andere machten deswegen nur noch Landschaftsaufnahmen und abstrakte Fotografie. Auch weibliche Fotografen seien mit der massiven Ablehnung konfrontiert, sagte eine Frau der Zeitung.

Kuwaits Kommunikationsminister Al Busairdi hatte den Gulf News kürzlich erklärt, dass künftig Pornografie im Internet durch Filter blockiert werde. "Die drei Telekommunikationsbetreiber in Kuwait haben beschlossen, Filter zur Sperrung pornografischer Seiten zu installieren." Die von der Harvard University unterstützte Opennet-Initiative kam zu dem Ergebnis, dass Kuwait auch politisch unerwünschte Internetinhalte filtere. Betroffen seien auch Webseiten für Schwule und Lesben sowie religionskritische Inhalte.

Nachtrag vom 24. November 2010, 14:45 Uhr

Die Botschaft Kuwait in Deutschland war von Golem.de nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.  (asa)


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