Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79567.html    Veröffentlicht: 22.11.2010 10:39    Kurz-URL: https://glm.io/79567

Microsoft

Kinect-Hack war kein Hack

Bei Microsoft hat offenbar ein Sinneswandel stattgefunden: Als es die ersten Hacks und Treiber für Kinect gab, drohte der Konzern noch mit Rechtsmitteln. Jetzt äußern sich Sprecher wohlwollend über die Aktivitäten der Szene und finden sie "inspirierend".

Microsoft hat sich überraschend positiv zu Hacks geäußert. Das Interface von Kinect sei absichtlich ungeschützt, sagte Manager Alex Kipman laut US-Medien. Und Shannon Loftis, die bei Microsoft in der Abteilung Spielentwicklung arbeitet, erklärte, sie fühle sich von den Möglichkeiten, die die Szene geschaffen habe, "inspiriert".

Als wenige Tage nach der Veröffentlichung von Kinect Anfang November 2010 unter anderem Treiber für Windows 7 zur Verfügung standen, war das bei Microsoft zunächst auf wenig Begeisterung gestoßen: "Wir unterstützen das Erstellen dieser Treiber und die Verwendung von Kinect für Xbox 360 mit anderen Geräten nicht", hieß es. Das Unternehmen drohte sogar mit Rechtsmitteln.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Anwendungen aller Art für Kinect, die mit offenen Treibern - auch für Linux - möglich sind. So haben die Designer Emily Gobeille und Theo Watson auf dessen Basis einen an die Wand projizierbaren Riesenvogel geschaffen, der sich mit Bewegungen steuern lässt.

Microsoft selbst hatte in der Vergangenheit angedeutet, dass man die Technologie hinter Kinect auch für andere Plattformen als die Xbox 360 verwenden möchte. Bill Gates selbst hatte Mitte 2009 gesagt, dass sich auch die Windows-Abteilung mit Kinect beschäftigen würde. Gates hatte es vor allem als System gesehen, das Onlinemeetings und andere Büroaufgaben erleichtert.  (ps)


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