Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79548.html    Veröffentlicht: 19.11.2010 15:37    Kurz-URL: https://glm.io/79548

W3C

Web SQL vor dem Aus

Das World Wide Web Consortium (W3C) hat die Arbeit am Standard Web SQL Database eingestellt, obwohl einige Browser die Technik bereits unterstützen.

Der Plan hinter der Web SQL Database sah vor, eine auf SQLite basierende Datenbank in den Browser zu integrieren, die via Javascript mit SQL abgefragt werden kann. Zwar bieten Safari, Chrome und Opera bereits eine solche Datenbank, die Technik werde aber wohl nicht Standard werden, heißt es vonseiten des W3C.

So prangt auf der Spezifikationswebsite der Hinweis: "Achtung. Diese Spezifikation wird nicht länger aktiv gepflegt und die Web Applications Working Group plant nicht, sie weiter zu pflegen." Weiter heißt es: "Dieses Dokument war auf dem Weg zu einer W3C Recommendation, aber die Arbeit an der Spezifikation wurde gestoppt." Alle an der Technik interessierten Browserhersteller hätten dieselbe Implementierung, SQLite, verwendet. Um aber die Standardisierung voranzutreiben, bedürfe es mehrerer, unabhängiger Implementierungen der Spezifikation.

Damit steht das Thema Web SQL Database wohl vor dem Aus, auch wenn davon auszugehen ist, dass bestehende Implementierungen zumindest für eine gewisse Zeit in den Browsern erhalten bleiben. Datenbanken für Webapplikationen bleiben aber weiterhin ein Thema. So arbeitet das W3C weiterhin an zwei Standards, die Webentwicklern ebenfalls das Speichern von Daten auf Clientseite erlauben: Web Storage und Indexed Database API.

Web Storage erlaubt es, einfache Schlüssel-Wert-Paare (key-value pair) im Browser zu speichern. Mit dem Indexed Database API können aus mehreren Daten bestehende Objekte anhand von Schlüsseln gespeichert und abgerufen, aber zusätzlich Indices für die einzelnen Spalten angelegt werden, um die einzelnen Datensätze auch anhand anderer Kriterien als ihrem Schlüssel aus der Datenbank zu holen. An der Spezifikation sind unter anderem Mozilla, Microsoft und Google beteiligt, implementiert hat sie bislang aber nur Mozilla in Firefox.  (ji)


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