Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79516.html    Veröffentlicht: 18.11.2010 17:00    Kurz-URL: https://glm.io/79516

Europeana

EU-Kommission digitalisiert 14 Millionen Dokumente

Der Ausbau der europäischen digitalen Bibliothek Europeana schreitet voran. Inzwischen hat die Europeana über 14 Millionen digitalisierte Bücher, Landkarten, Fotos, Gemälde, Filme und Musikstücke im Bestand.

Die Europeana sei "ein großartiges Beispiel" für die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, sagt EU-Kommissarin Neelie Kroes. Die für die digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin vermeldete heute, dass die EU-Bürger inzwischen auf mehr als 14 Millionen digitalisierte Werke im Bestand der europäischen digitalen Bibliothek Onlinezugriff haben. Damit rückt das Ziel der 2008 gestarteten Europeana, bis Anfang 2012 mindestens 15 Millionen Werke anzubieten, in greifbare Nähe.

Mit dem Erreichten ist Neelie Kroes dennoch nicht zufrieden. So gebe es noch immer eine große Ungleichverteilung der Beiträge aus den EU-Mitgliedstaaten, sagte sie. Aktuell stamme ein Drittel der Inhalte aus nur zwei Ländern: 18 Prozent aus Frankreich und 17 Prozent aus Deutschland. Die restlichen zwei Drittel verteilten sich "unausgewogen" auf die übrigen EU-Mitgliedstaaten.

Ein anderes Problem stelle die Zusammensetzung der Inhalte dar. Der Großteil der Sammlung, knapp zwei Drittel, besteht aus "Fotos, Landkarten, Gemälden, Museumsstücken und anderen Bildern". Etwas mehr als ein Drittel sind digitalisierte Texte, darunter 1,2 Millionen Bücher. Zum Vergleich: Google hat im Rahmen seiner Google-Books-Initiative schon über 15 Millionen Bücher digitalisiert. Lediglich zwei Prozent des Bestandes der Europeana sind Video- und Tondokumente. "Ein großer Teil" der Werke, aber nicht alle, sind urheberrechtsfrei zugänglich.

Weitere Fortschritte beim Ausbau der Europeana verspricht sich Kroes durch die Empfehlungen eines eigens im vergangenen Jahr von der EU-Kommission eingesetzten "Komitees der Weisen", bestehend aus Maurice Lévy, Elisabeth Niggemann und Jacques de Decker. Die Fachleute wollen Anfang des kommenden Jahres ihren Bericht darüber vorlegen, wie das europäische Kulturerbe besser im Internet verfügbar gemacht werden kann.

Einen Schwerpunkt wird der Bericht auf den Umgang mit sogenannten verwaisten Werken legen, deren Urheber oder Rechteinhaber nicht mehr ausfindig gemacht werden können. Dazu Kroes: "Europeana könnte noch viel mehr leisten, wenn mehr Kultureinrichtungen ihre Sammlungen digitalisieren und über das europäische Portal zugänglich machen würden. Ich bin zuversichtlich, dass uns das Komitee der Weisen schon bald ehrgeizige Empfehlungen zur Beschleunigung dieses Prozesses geben wird." [von Robert A. Gehring]  (ji)


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