Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79475.html    Veröffentlicht: 17.11.2010 16:13    Kurz-URL: https://glm.io/79475

Lilliputian Systems

Intel investiert in Brennstoffzellen

Das Startup Lilliputian Systems hat mit Intel ein weitreichendes Abkommen geschlossen. Der Entwickler von Brennstoffzellen auf Halbleiterbasis will Komponenten für seine Geräte in Intels Chipfabriken herstellen lassen. Zudem investiert Intel einen nicht genannten Betrag in das Unternehmen.

Lilliputian Systems ist eines der vielen Startups, welche der Brennstoffzelle endlich zum Durchbruch als Alternative zu Elektrolytakkus verhelfen wollen. 2002 wurde das Unternehmen von Exmitarbeitern des MIT gegründet, seitdem hat es nach eigenen Angaben 90 Millionen US-Dollar Risikokapital von Investoren erhalten.

Zu diesen gehört nun auch Intel Capital, die Investmentabteilung des Chipherstellers. Weder Intel noch Lilliputian nennen dabei jedoch Zahlen. Wie Intel bekanntgab, soll mit der Investition die Serienfertigung von Brennstoffzellen sichergestellt werden. Dazu bemüht Lilliputian eine ältere 200-Millimeter-Fab von Intel in den USA. Insgesamt investiert Intel Capital im Jahr 2010 in 18 neu betreute Unternehmen rund 77 Millionen US-Dollar.

Offenbar steht das Startup kurz vor der Vorstellung von Serienprodukten. Bereits im Juni 2010 will das Unternehmen Prototypen der endgültigen Designs hergestellt haben. Dabei soll es sich um zwei Geräte handeln, die "Silicon Power Cell" und "Personal Power" heißen. Letzteres ist ein externes Ladegerät mit USB-Anschluss für mobile Geräte, das von einer Brennstoffzelle gespeist wird. Ein ähnliches Gerät hatte Toshiba bereits vor einem Jahr in Japan auf den Markt gebracht, der große Erfolg blieb bisher aus. Auf seiner Webseite verspricht Lilliputian, "bald offizielle Produktankündigungen" zu machen.

Für Intel ist Lilliputian nach Achronix erst das zweite Unternehmen, dessen Produkte in den Chipfabriken des Halbleiterriesen hergestellt werden. Erst Anfang November 2010 hatte Intel angekündigt, seine Fabs auch für Aufträge zu öffnen, auch wenn das unmittelbar keine großen Einnahmen bringt. Für die Zukunft plant das Unternehmen aber, auch Fertigungsprozesse mit anderen Chipherstellern zu entwickeln. Die jetzigen Kooperationen mit anderen Halbleiterentwicklern können als Versuche gewertet werden, die teuren Chipfabriken auch in Zukunft mit Nicht-Intel-Produkten gut auszulasten.  (nie)


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