Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79456.html    Veröffentlicht: 17.11.2010 10:15    Kurz-URL: https://glm.io/79456

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Oracle veröffentlicht Oracle Solaris 11 Express

Oracle hat in dieser Woche mit Solaris 11 Express eine kostenlose Variante seines mit Sun übernommenen Betriebssystems in der aktuellen Version veröffentlicht. Diese enthält zahlreiche Neuerungen.

Oracles Solaris 11 Express ist mit einigen neuen Funktionen versehen, an denen laut Oracle über fünf Jahre gearbeitet wurde. Sie sollen dafür sorgen, dass Wartungsfenster verkürzt werden können, da traditionelles Patchen und damit verbundene Neustarts weitgehend überflüssig werden. Solaris 11 hat die Snapshot-Funktion des Dateisystems ZFS, um vor jeder Installation eines neuen Softwarepakets einen Snapshot zu erstellen. Ist nach der Installation der Software ein Neustart des Systems notwendig, so wird der Snapshot geklont, um eine neue Boot-Umgebung aufzusetzen, und das Softwarepaket darin installiert. Erst wenn der Administrator sicher ist, dass das Update wie gewünscht funktioniert, wird das System neu gestartet. Treten dennoch Fehler auf, kann recht schnell wieder auf die alte Bootumgebung gewechselt werden.

Schneller Booten

Auch der eigentliche Bootvorgang soll deutlich schneller gehen, da auf Sparc-Systemen einige Tests übersprungen werden und auf x86-Systemen Firmware- und Bootloader umgangen werden können.

Auch das neue Image Packaging System (IPS) soll dazu beitragen, dass Softwareupdates ohne großes Risiko vorgenommen werden können. Es bedient sich eines Paket-Repositories im Netz mit einer voll automatisierten Abhängigkeitsprüfung.

ZFS als Standarddateisystem

ZFS ist in Solaris 11 Express das Standarddateisystem und unterstützt in der neuen Version auch Deduplikation. Zudem können die Unterschiede zwischen zwei ZFS-Snapshots angezeigt werden. ZFS kann darüber hinaus Daten auf Dataset-Ebene verschlüsseln, was es auch erlaubt, eine Mischung von verschlüsselten und unverschlüsselten Daten zu verwenden.

Für eine bessere Kompatibilität mit Windows-Systemen soll die Integration des Netzwerktdateisystems CIFS (Common Internet File System) alias SMB sorgen.

Auch in Sachen Virtualisierung wartet Solaris 11 Express mit Neuerungen auf. Dazu zählen Netzwerkvirtualisierung und Ressourcen-Management. Dazu wurde der gesamte Netzwerkstack in großen Teilen neu strukturiert und das neue Netzwerktreiber-Framework GLDv3 eingeführt. Unter anderem ist es möglich, die Bandbreite für Netzwerkschnittstellen, auch virtuelle, zu beschränken und ihnen CPU-Ressourcen zuzuweisen. Auch bringt das System einen Load-Balancer für Layer 3 und Layer 4 mit.

Auf der Hardwareseite ist die neue Solaris-Version auch auf Oracles neuen Prozessor Sparc T3 sowie Intels Nehalem-Prozessoren optimiert, unterstützt NUMA-I/O-Architekturen sowie Suspend to RAM auf einigen wenigen Systemen. Insgesamt will Oracle die Hardwareunterstützung deutlich ausgebaut und zahlreiche neue Treiber integriert haben.

Gnome, CUPS und Boomer

Neu ist zudem ein grafischer Boot-Screen. Als Desktop enthält Solaris 11 Express Gnome 2.30 mit Firefox 3.6.10 als Browser. Als Standard-Shell wird die Bash verwendet und für Druckerunterstützung wurde CUPS als Standardsystem gewählt. Um Audio-Unterstützung kümmert sich das System Boomer, und für eine bessere Unterstützung von Wechselmedien soll eine Mischung aus Hardware Abstraction Layer (HAL) und D-Bus sorgen.

Entwickler dürfen sich über neue DTrace-Provider und über die Integration des verteilten Versionskontrollsystems Git freuen. Anpassungen an Oracles c-Bibliothek sollen dafür sorgen, dass sich Solaris mehr wie ein Linux- oder BSD-System verhält.

Eine detaillierte Übersicht über die Neuerungen von Oracle Solaris 11 Express 2010.11 bietet das Dokument What's New. Unter oracle.com kann das Betriebssystem ab sofort heruntergeladen werden. Die Software ist zwar kostenlos, darf aber nur zu Testzwecken eingesetzt werden. Die Verwendung in Produktivsystemen ist nicht erlaubt.  (ji)


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