Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79325.html    Veröffentlicht: 11.11.2010 15:21    Kurz-URL: https://glm.io/79325

Roadmap für Prozessoren

AMD im Jahr 2012 mit bis zu 20 Kernen pro CPU

Nach seinem jährlichen Analystentreffen hat AMD nun detaillierte Roadmaps zu künftigen Prozessoren vorgelegt. Die Integration von CPU und GPU ist vollzogen, die ersten APU genannten Chips werden bereits ausgeliefert. Bei den Servern will AMD bis 2012 bis zu 20 Cores anbieten.

Der jährliche "Financial Analyst Day" ist bei AMD einer der wichtigsten Termine im Kalender, und inzwischen gibt es auf der zugehörigen Webseite auch alle Präsentationen. In den sogenannten "Breakout Sessions" gewährt AMD den Finanzauguren bisweilen auch detailliertere Einblicke in die Produktstrategie als bei den live übertragenen Präsentationen.

Das Jahr 2010 ist aus Sicht der Prozessorroadmap bereits abgehakt, auch wenn finanziell die ersten "Accelerated Processing Units" (APU) noch im vierten Quartal 2010 zum Umsatz beitragen sollen, wie AMDs CEO Dirk Meyer betonte. Wie sein Vize Rick Bergman im Anschluss betonte, werden diese Prozessoren mit den Codenamen "Ontario" und "Zacate" seit der laufenden Woche an PC-Hersteller ausgeliefert.

AMD hatte diese Prozessoren mit integriertem Grafikkern und der Architektur Bobcat bereits mehrfach vorgeführt, Anfang 2011 sollen Notebooks damit ausgeliefert werden. Für die besonders sparsamen Varianten - es gibt die APUs auch mit nur einem Kern - hat AMD gleich eine neue Gerätekategorie erfunden, das "HD Netbook". Der Chiphersteller spielt damit darauf an, dass Intels aktuelle Atoms mit ihrem Grafikkern keine Full-HD-Videos wiedergeben können, sondern dafür auf Zusatzchips angewiesen sind.

Erst 2012 soll dann die zweite der beiden grundlegenden Architekturen, Bulldozer, in Notebooks einziehen. Dafür sind bei "Trinity" dann zwei bis vier CPU-Kerne sowie eine DirectX-11-GPU geplant. Für günstigere Note- und Netbooks ist dann mit "Krishna" und "Wichita" das nächste Bobcat-Design vorgesehen, wobei erstmals bei dieser Architektur auch Quad-Cores geplant sind. Diese beiden APUs will AMD dann bereits mit 28 Nanometern Strukturbreite herstellen. 2011 werden noch parallel 32 Nanometer (bei Globalfoundries) und 40 Nanometer (bei TSMC) für die Notebook-APUs eingesetzt.

Opterons bleiben bei 32 Nanometern

Der ebenfalls schon vorgeführte 'Llano' kommt 2011 auch für Desktops mit zwei bis vier Kernen auf den Markt. Die Bulldozer-Architektur findet dort erst mit "Zambezi" Platz, wofür dann vier bis acht Kerne vorgesehen sind. 2012 folgen darauf "Trinity" - wie bei den Notebooks -, aber auch "Komodo", der bereits die zweite Bulldozer-Generation darstellen soll.

Während AMD also die Zahl der Kerne für Desktop-PCs im nächsten Jahr nur von aktuell sechs auf acht steigert, sollen 2011 schon bis zu 16 Kerne im Serverprozessor "Interlagos" angeboten werden. Serveranwendungen skalieren typischerweise besser als Desktopprogramme, der hohe Entwicklungsaufwand der Parallelisierung lohnt sich in diesem Umfeld zudem auch eher. Während Interlagos-Maschinen mit bis zu vier Sockeln umgehen können, ist der kleinere Ableger "Valencia" mit sechs oder acht Kernen für Rechner mit einem oder zwei Sockeln vorgesehen.

Terramar mit 20 Kernen

2012 folgt dann auch bei den Server-CPUs ein Sprung: Gleich 20 Kerne pro Sockel sollen es sein, sie stecken im "Terramar" für Vier-Sockel-Server. Wie schon bei der 2011er Generation geht es auch dort wieder mit "Sepang" eine Nummer kleiner, mit bis zu zehn Kernen in einem oder zwei Sockeln.

Bis zum übernächsten Jahr will AMD seine Serverprozessoren, die übrigens ohne Grafikkern erscheinen, in 32-Nanometer-Technik fertigen lassen. Offenbar ist die höhere Integration und Energieersparnis dafür noch nicht nötig, oder Globalfoundries' Kapazitäten sollen für die parallele 28- und 32-Nanometer-Fertigung gleichmäßig ausgelastet werden. Bei Notebooks, wo 28-Nanometer-Chips von AMD bereits 2011 angeboten werden sollen, sind die Möglichkeiten zum Stromsparen viel wichtiger.

Um bei all diesen vielen Codenamen noch den Überblick zu behalten, hat AMD nun erstmals die Bezeichnungen im "AMD Codename Decoder" zusammengefasst. Das PDF-Dokument ist auf der Webseite des Analyst Day zu finden.  (nie)


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