Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79309.html    Veröffentlicht: 11.11.2010 10:37    Kurz-URL: https://glm.io/79309

Sieben Jahre Updates

Red Hat Enterprise Linux 6 erschienen

Red Hat hat seine Linux-Distribution Red Hat Enterprise Linux 6 freigegeben. RHEL 6 bringt vor allem Verbesserungen am integrierten Linux-Kernel 2.6.32 mit, die auch in den Code des offiziellen Kernels eingeflossen sind. Das System ist mit GCC 4.4 kompiliert und bietet zusätzlich neue Verwaltungstools.

Der beigelegte Linux-Kernel in der Version 2.6.32 bietet Virtualisierung mit der Kernel-based Virtual Machine (KVM). RHEL 6 verwendet das Dateisystem Ext4, das noch als experimentell geltende Btrfs liegt ebenfalls bei. RHEL 6 basiert weitgehend auf der Communityversion Fedora 12. Fedora 12 erhält ab dem 2. Dezember 2010 keine Updates mehr. RHEL 6 hingegen wird sieben Jahre lang mit Updates versorgt.

Mit dem Linux-Kernel 2.6.32 erhält auch der Completely Fair Scheduler (CFS) Einzug in RHEL 6. CFS verteilt die Prozessorzeit effizienter an laufende Prozesse. Zudem haben sich die Entwickler des Lockings des Kernels angenommen und es weitgehend optimiert, ebenso das Powermanagement des Kernels. Ebenfalls mit dabei: die Kernel Mode Settings (KMS), die Grafikkarte und Monitorauflösung übernehmen.

Stabile Software

Als Desktop stehen wahlweise Gnome 2.28 oder KDE 4.3.4 zur Verfügung. Die Anwendungen Openoffice.org 3.1, Firefox 3.5 und Thunderbird sorgen für eine stabile Arbeitsumgebung. Neben Mysql 5.1 bringt RHEL 6 auch die Datenbank PostgreSQL 8.4. Der Apache-Webserver liegt in der Version 2.2.14 bei, für die Java-Umgebung sorgt OpenJDK 1.6.

Das Sicherheitsframework SELinux erweitert den Kernel um das Mandatory Access Control (MAC), das eine Zugriffskontrolle über sämtliche Prozesse und Dateien des Systems ermöglicht. Mit dem X Access Control Extension (XACE) kann SELinux jetzt auch im X Window System für Sicherheit sorgen. Zudem bietet SELinux eine Sandbox-Funktion, mit der Applikationen vom System abgeschottet laufen können.

Virtuelles mit KVM

RHEL setzt auf den Hypervisor KVM, der um die Hot-Plugging-Funktionalität von emulierten PCI-Geräten und die Emulation des High Precision Event Timer (HPET) erweitert wurde. Xen wird als Hypervisor nicht mehr angeboten, RHEL 6 soll aber problemlos als Gast in Xen-basierten virtuellen Maschinen laufen. Das noch als experimentell deklarierte Spice-Protokoll haben die Entwickler ebenfalls integriert. Sowohl Large Page Backed Memory als auch Kernel Shared Memory sollen für eine effizientere Speicherverwaltung der virtuellen Maschinen sorgen.

RHEL 6 steht unter anderem in 32-Bit- und 64-Bit-Versionen für x86-Systeme sowie für die Architekturen System z und Power zur Verfügung. Nach einer kostenlosen Registrierung können Anwender eine Testversion 30 Tage kostenlos nutzen.

Red Hat will in den ersten vier Jahren seine Enterprise-Variante mit Updates versehen, die unter anderem auch neue Funktionen mitbringen sollen. Die kleineren Updates sollen auch zuvor erschienene Patches und Reparaturen beinhalten. Die Preise für die aktuelle Red Hat Enterprise Edition stehen noch nicht fest.  (jt)


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