Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79238.html    Veröffentlicht: 09.11.2010 12:27    Kurz-URL: https://glm.io/79238

Fusion

AMD nennt Taktfrequenzen und Modellnummern neuer Prozessoren

Geringe Leistungsaufnahme, ein schneller Grafikkern und trotzdem günstig: Mit den ersten Fusion-Prozessoren verspricht AMD eine fähige Atom-Konkurrenzplattform für günstige Netbooks und Desktops und nennt erste Details.

AMDs erste Fusion-CPUs machen die Runde, das berichten unter anderem Anandtech und HardOCP. Die offenbar fertiggestellten Prozessoren mit den Codenamen Ontario und Zacate (basierend auf der Bobcat-Prozessorarchitektur) zeichnen sich durch niedrige Leistungsaufnahmen aus. Sie sind damit für kleine Notebooks und günstige Desktoprechner geeignet. Es wird allgemein erwartet, das Ontario und Zacate schneller arbeiten als Intels aktuelle Atom-Plattform Pine Trail

Von AMD vorgestellt wurden vier Prozessoren, die der Chipentwickler APUs nennt, also die Kombination aus CPU und einer DirectX-11-GPU auf einem Die. AMDs Ontario-Prozessoren nennen sich E-350 (Dual-Core) und E-240 (Single-Core). Der Hersteller eines Notebooks oder stationären Rechners muss für die Kühlung eine Abwärme von 18 Watt berücksichtigen. Die beiden Prozessoren werden mit 1,6 beziehungsweise 1,5 GHz getaktet, die beiden DirectX-11-SIMDs mit 500 MHz.

Deutlich weniger Kühlungsaufwand muss für die Zacate-Prozessoren betrieben werden. Der C-50 taktet seine beiden Kerne mit 1 GHz. Der C-30 hat nur einen Kern, der mit 1,2 GHz etwas schneller getaktet ist. Die Dual-DirectX11-Einheiten takten nur mit 280 MHz, also etwas mehr als die Hälfte dessen, was die Ontario-APUs erreichen.

Funktionsfähige Bobcat-Prototypen hat AMD in den vergangenen Monaten immer wieder präsentieren können, so etwa während der Ifa 2010 in Berlin und parallel zum Intel Developer Forum in San Francisco, dort hat AMD sogar Fotos der Testplattform erlaubt. Allerdings nannte AMD bis dato keine konkreten Benchmarks oder Werte.

Verzögerungen bei Llano?

Derweil berichtet der Branchendienst Digitimes, dass sich die Massenproduktion der APU mit dem Codenamen Llano auf das zweite Halbjahr 2011 verschiebt. Offenbar ist eine niedrige Ausbeute (Yield Rate) im 32-nm-Prozess bei Globalfoundries das Problem. Möglicherweise starte die Massenproduktion der Zwei-, Drei- und Vierkernprozessoren mit integrierter Grafik erst im August oder September 2011, so Digitimes. Das wäre eine kleine Verzögerung. Im Oktober 2010 hat AMD zuletzt verlauten lassen, dass Llano Mitte 2011 auf den Markt komme.

Die Modelle der jetzt vorgestellten APUs Ontario und Zacate sind hingegen nicht betroffen. Laut Digitimes werden die Prozessoren bei TSMC im 40-nm-Prozess hergestellt. Zur CES im Januar in Las Vegas kann also mit ersten Produkten, basierend auf AMDs neuen Prozessoren, gerechnet werden.  (ase)


Verwandte Artikel:
AMDs Embedded-Pläne: Ein bisschen Wunschdenken, ein bisschen Wirklichkeit   
(23.02.2018, https://glm.io/132925 )
AMD-Vize Rick Bergman im Interview: "Wir arbeiten an vier GPUs parallel"   
(22.10.2010, https://glm.io/78830 )
Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G im Test: Raven Ridge rockt   
(12.02.2018, https://glm.io/132531 )
Ryzen V1000 und Epyc 3000: AMD bringt Zen-Architektur für den Embedded-Markt   
(21.02.2018, https://glm.io/132876 )
Meltdown und Spectre: NSA will nichts von Prozessor-Schwachstelle gewusst haben   
(07.01.2018, https://glm.io/131999 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/