Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1011/79186.html    Veröffentlicht: 05.11.2010 17:40    Kurz-URL: https://glm.io/79186

Alternative zu USB 3.0

Intels Light Peak soll bereits Anfang 2011 kommen

US-Berichten zufolge soll Intels optische Datenübertragungstechnik mit dem Codenamen Light Peak früher als erwartet auf den Markt kommen. Bereits früh im ersten Halbjahr 2011 soll es so weit sein, was Intels Zögern bei USB 3.0 erklären könnte.

Der für gewöhnlich gut unterrichtete Cnet-Blogger Brook Crothers will aus unternehmensnahen Quellen erfahren haben, dass Intel Light Peak in der ersten Hälfte des Jahres 2011 marktreif machen könnte. Das soll eher Anfang des Halbjahres als gegen Ende erfolgen. Crothers gibt nicht an, ob Intel die Technik gleich in Chipsätze integriert oder als Bausteine für Steckkarten anbieten will. Immerhin gibt es eine Angabe zur Datenrate: 10 Gigabit pro Sekunde in beide Richtungen gleichzeitig sollen es sein.

Intel hatte Light Peak Mitte 2009 erstmals vorgeführt und später auch praxisnahe Demos mit USB 2.0 und Displayport über eine Verbindung nachgelegt. Der Vorteil der Technik liegt vor allem darin, mehrere Protokolle über eine Glasfaserverbindung laufen zu lassen. So kann beispielsweise ein einziger Light-Peak-Hub auf dem Schreibtisch alle Geräte vom Monitor bis zur externen Festplatte über eine Leitung mit dem PC verknüpfen. Zudem ist die Bandbreite schon in der ersten Generation der neuen Technik doppelt so hoch wie bei USB 3.0.

Verwirrung löste auch eine Aussage von Intel aus, Light Peak solle "das letzte Kabel werden, das man jemals braucht" - vor allem, weil der Chiphersteller noch keine Produkte für USB 3.0 im Angebot hat. Diese Schnittstelle, die zunehmend Verbreitung findet, ist für die Chipsätze der kommenden CPU-Generation Sandy Bridge in den ersten Fassungen nicht vorgesehen.

Zwar hat auch Intel selbst auf dem letzten IDF eigene Mainboards mit USB 3.0 gezeigt, wie alle anderen Anbieter bisher setzt auch Intel dabei aber auf einen Zusatzchip von NEC. Bei diesen und auch anderen Sandy-Bridge-Boards war noch nie etwas von Light Peak zu sehen. Vermutlich schiebt Intel nach dem Start der neuen Plattform also andere Produkte für Light Peak nach.

Brook Crothers sieht für Light Peak auch einen möglichen Verbündeten von Intel namens Apple. Als Beleg führt der Blogger Aussagen von Intel-Managern an, die Feedback von PC-Herstellern zu Light Peak eingeholt haben wollen, was dann in die Weiterentwicklung eingeflossen sei. Der Mac-Hersteller hat zudem in der Vergangenheit stets neue Schnittstellen wie Firewire oder Displayport früh eingesetzt und macht derzeit um USB 3.0 noch einen Bogen. Die aktuelle Schnittstelle gibt es seit kurzem trotzdem für Macs, Lacie hat dafür Erweiterungskarten und Treiber entwickelt.  (nie)


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