Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78730.html    Veröffentlicht: 19.10.2010 12:07    Kurz-URL: https://glm.io/78730

LTE in Deutschland

Telekom, Vodafone und O2 offen für Zusammenarbeit (Update)

Telekom, Vodafone und Telefónica O2 werden sich in unterversorgten Gebieten beim LTE-Ausbau absprechen. Die Behörden machen mit.

Die Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 wollen in Deutschland beim LTE-Aufbau zusammenarbeiten. Das erklärte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme der Financial Times Deutschland "Es wird möglicherweise zu Kooperationen kommen", sagte van Damme. Es hätten bereits einige Gespräche mit Bundesnetzagentur und Kartellamt stattgefunden.

Im Mai 2010 zahlten die vier Mobilfunkanbieter 4,4 Milliarden Euro bei der Versteigerung für 4G-Frequenzen. E-Plus ersteigerte keinen Block im Bereich um 800 MHz, der als besonders reichweitenstark gilt und daher zu höheren Preisen gehandelt wurde. Die Frequenzen der sogenannten digitalen Dividende konnten nur Unternehmen ersteigern, die bis Ende 2010 auch Dienste für unterversorgte ländliche Gebiete damit anbieten. Dort rechnet es sich nicht, dass jeder Mobilfunkbetreiber parallel ein Netz aufbaut. Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hatten bereits erklärt, sich nicht gegen eine Zusammenarbeit der Firmen stellen zu wollen.

Die geplante LTE-Kooperation sieht einen Austausch der Konzerne über die geplanten Ausbauregionen vor. Bislang unterversorgte Regionen sollen unter Kontrolle der Bundesnetzagentur und der Kartellwächter den Anbietern zugewiesen werden.

Die Telekom hatte Ende August 2010 im brandenburgischen Kyritz ihren ersten LTE-Sendemast in Betrieb genommen. Bis Ende 2010 sind rund 500 LTE-Standorte geplant, im kommenden Jahr sollen weitere 1.000 hinzukommen. "Wir sehen eine zusätzliche Datennutzung von zehn bis 15 Prozent bei höherer Geschwindigkeit", sagte van Damme. Ob das auch zusätzliche Umsätze bedeutet, sei noch unklar, denn oft buchten Kunden Flatrates. Preise für LTE-Flatrates stehen noch nicht fest, sie würden abhängig von den Preisen der Endgeräte festgelegt.

Nachtrag vom 19. Oktober 2010, 14:34 Uhr

Ein Telekom-Sprecher sagte Golem.de, die Gespräche hätten auf Einladung der Bundesnetzagentur stattgefunden. Diese habe sich nach der Frequenzversteigerung über die Ausbaupläne informiert und nach Kooperationsmöglichkeiten gefragt. Eine Vereinbarung zu einem gemeinsamen LTE-Ausbau gebe es aber noch nicht.  (asa)


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