Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78728.html    Veröffentlicht: 19.10.2010 11:42    Kurz-URL: https://glm.io/78728

Implantat

Biegsame Leuchtdioden gehen unter die Haut

Forscher in den USA haben flexible Leuchtdioden entwickelt, die in den Körper implantiert werden sollen. Die Implantate sollen in der Medizin eingesetzt werden: Sie könnten unter anderem dafür sorgen, dass Wunden schneller heilen.

Wissenschaftler der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign haben flexible Leuchtdioden (LED) entwickelt, die unter die Haut implantiert werden können. Das berichten sie in der britischen Fachzeitschrift Nature Materials. Die LEDs sollen unter anderem für eine bessere Wundheilung sorgen.

Kunststoffhülle

Die LEDs sind zusammen mit Fotodetektoren netzförmig auf einer Fläche von etwa 0,1 mm x 0,1 mm angeordnet. Die Anordnung ist dabei nur 2,5 Mikrometer dick. Das Netz wird auf einen Träger aus Kunststoff gedruckt und anschließend von einem Kunststoff umhüllt, der dem System Stabilität verleiht und die LEDs vor Wasser und anderen Flüssigkeiten schützt.

Dazu setzen die Wissenschaftler um John Rogers Polydimethylsiloxan (PDMS) ein, ein Polymer auf Siliziumbasis. In dieser Hülle können die LEDs extrem verbogen oder um bis zu 75 Prozent gestreckt werden. Die LEDs machen das mit, weil die sie verbindenden Drähte spiralförmig sind.

Medizinische Anwendungen

Anwendungen sehen Rogers und seine Kollegen vor allem im medizinischen Bereich: Sie sollen beispielsweise dafür sorgen, dass bestimmte Medikamente im Körper freigesetzt werden. Außerdem könnten sie im Zuge einer Lichttherapie dafür sorgen, dass Wunden schneller heilen.

Rogers und seine Kollegen seien nicht die einzigen, die an biegsamen und streckbaren LEDs arbeiteten, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin Nature News. Anders als die Konkurrenten setze dieses Team jedoch nicht auf Nanomaterialien, sondern auf herkömmliche Stoffe wie den Halbeiter Gallium-Arsenid und Metalle für die Dioden und die Fotozellen.

Unternehmen zur Vermarktung

Deshalb sind diese flexiblen LEDS bereits weitgehend marktreif. Das Unternehmen mc10 soll die Vermarktung der LEDs übernehmen. Es wurde 2008 von Rogers und dem Harvard-Forscher George Whitesides gegründet und ist spezialisiert auf flexible Schaltkreise, die in die verschiedensten Trägermaterialien bis hin zu Papier eingelassen werden können.  (wp)


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