Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78671.html    Veröffentlicht: 15.10.2010 12:46    Kurz-URL: https://glm.io/78671

Google Street View

Letzter Tag für Gebäudemeldung

Ende des Jahres wird Google in seinem Angebot Street View Fotos aus den Straßen der 20 größten deutschen Städte veröffentlichen. Wer nicht möchte, dass sein Haus in dem Angebot sichtbar ist, kann heute noch bis Mitternacht beantragen, dass es unkenntlich gemacht wird.

Heute endet die Frist, während der Bewohner oder Eigentümer in verschiedenen Großstädten beantragen können, dass ihr Wohnhaus in dem Angebot Google Street View unkenntlich gemacht wird. Bis Mitternacht haben Bürger noch Zeit, das Gebäude oder Grundstück, das ihnen gehört oder das sie bewohnen, online zu melden.

Wer bis heute Nacht Widerspruch eingelegt hat, dessen Haus soll beim Start des Angebots nur schemenhaft sichtbar sein. Johannes Caspar, der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, rief im Radiosender NDR Info dazu auf, beim Start von Google Street View zu kontrollieren, ob das auch wirklich der Fall sei. Anträge, die nach Anlauf der Frist bei Google eintreffen, werden erst nach dem Start des Angebots berücksichtigt.

Google hat in Deutschland die Möglichkeit eingeräumt, Häuser unkenntlich zu machen, weil es massive Proteste und Datenschutzbedenken gegeben hatte. Sogar ein Verbot des Angebots war gefordert worden. Ende des Jahres sollen Bilder aus den 20 größten deutschen Städten bei Street View zu sehen sein.

Im August hatte Google die ursprünglich vierwöchige Widerspruchsfrist um weitere vier Wochen verlängert. Bis Mitte September sollen mehrere hunderttausend Widersprüche bei dem Unternehmen eingegangen sein. Google selbst hat keine Angaben über die Zahl der Widersprüche gemacht, was Caspar kritisierte. Google weise ja immer wieder darauf hin, wie wichtig die Informationspflicht sei. Insofern wäre es wünschenswert, wenn das Unternehmen selbst auch mehr Transparenz übe.  (wp)


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