Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78666.html    Veröffentlicht: 15.10.2010 10:48    Kurz-URL: https://glm.io/78666

Finanzinvestoren

Seagate erhält Übernahmeangebot über 7,55 Milliarden Dollar

Finanzinvestoren legen ihre Milliarden zusammen, um Seagate Technology zu übernehmen. Im Jahr 2000 hatte der Festplattenhersteller so etwas schon einmal durchgemacht.

Mehrere Finanzinvestoren wollen Seagate Technology kaufen. Das berichtet die britische Financial Times und die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Verhandlungskreise. Danach bieten TPG Capital und Kohlberg Kravis Roberts zusammen 16 US-Dollar pro Aktie, was den weltgrößten Festplattenhersteller mit 7,55 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Börsenwert von Seagate liegt bei circa 6 Milliarden US-Dollar.

Die Private-Equity-Firmen könnten zusammen 4 Milliarden US-Dollar aufbringen und seien auf der Suche nach weiteren Partnern. Bain Capital gehöre zu den Interessenten. Ein Übernahmeversuch des Finanzinvestors Silver Lake und Texas Pacific Group sei zuvor gescheitert. Die Firma sei nicht mehr Teil des Vorstoßes.

Seagate hatte erklärt, die weitere Börsennotierung des Unternehmens zu prüfen. Die Investmentbanken Morgan Stanley und Perella Weinberg Partners hätten die Beratung von Seagate Technology übernommen. Damit könnte das Unternehmen zum zweiten Mal in einem Jahrzehnt unter die Kontrolle einer Investorengruppe kommen.

Im Jahr 2000 war Seagate bereits einmal von Investmentkonzernen gekauft worden. Die Runde wurde damals von Silver Lake Partners und der Texas Pacific Group angeführt. Im Dezember 2002 war Seagate dann wieder an der Börse notiert.

Im Juli 2010 hatte Seagate zuletzt Quartalszahlen vorgelegt. Die Nachfrage der Kunden in Europa und den USA sackte ab, der Festplattenhersteller konnte seine Ziele nicht erreichen und verfehlte die Analystenprognosen. Seagate konnte aber einen Gewinn von 379 Millionen US-Dollar ausweisen, im Vergleichszeitraum des Vorjahres war noch ein Verlust von 81 Millionen US-Dollar angelaufen. Der Umsatz stieg um 13 Prozent auf 2,66 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen unterliegt stärkeren Schwankungen durch die zyklischen Überproduktionswellen im Festplattenbereich.  (asa)


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