Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78653.html    Veröffentlicht: 14.10.2010 18:04    Kurz-URL: https://glm.io/78653

Secunet

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei De-Mail ist möglich

Secunet hat sich zur Kritik wegen mangelhafter Verschlüsselung bei De-Mail geäußert. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den rechtsverbindlichen E-Mail-Dienst werde zusätzlich möglich sein, sagte Unternehmenssprecher Patrick Franitza Golem.de. Hier stünden die Mail-Provider in der Pflicht.

Das Sicherheitsunternehmen Secunet hat zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die grundlegende Konzeption von De-Mail und den einzelnen Diensten entworfen und bis zur technischen Richtlinie entwickelt.

Bundesdatenschützer Peter Schaar hatte im Februar 2009 Mängel in dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf des Bürgerportalgesetzes kritisiert. Es reiche nicht aus, dass die Diensteanbieter bei De-Mail untereinander verschlüsselt kommunizieren sollen. Damit könnten Nachrichten bei den Anbietern weiterhin von Dritten gelesen und gegebenenfalls verändert werden. Deshalb sollte die Kommunikation durch eine End-to-End-Verschlüsselung zwischen Absender und Empfänger gesichert werden. Auch die Ablage persönlicher Daten in einem elektronischen Safe sei nur wirklich sicher, wenn die Daten verschlüsselt gespeichert würden, und ausschließlich der Betroffene den elektronischen Schlüssel dazu besitze, so Schaar.

Franitza räumte ein, dass im Normalfall, in dem der Anwender eine De-Mail an einen anderen De-Mail-Teilnehmer schicke, diese kurzzeitig in einem Hochsicherheitsrechenzentrum des De-Mail-Diensteanbieters entschlüsselt und wieder verschlüsselt werde. Das sei so festgelegt worden, um eine möglichst einfache Nutzbarkeit von De-Mail für die Endanwender zu ermöglichen. Die Beschaffenheit des Hochsicherheitsrechenzentrums werde vom BSI festgelegt.

"Sie können aber jederzeit auch eine Ende-zu-Ende Verschlüsselung für ihre De-Mails verwenden, wenn sie ein höheres Sicherheitsniveau benötigen. Dann kann auch der Diensteanbieter die E-Mails nicht mehr entschlüsseln", sagte Franitza.

"Geschäftskunden, die über ein Gateway an De-Mail angeschlossen sind, können die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung über bestehende Systeme wie S/MIME oder PGP durchführen. Für Privatkunden ist aktuell bei den uns bekannten Providern nur die Möglichkeit gegeben, auf Fileebene verschlüsselte Daten an eine De-Mail als Attachment anzuhängen, etwa mit Truecrypt verschlüsselte Dokumente. Die Provider könnten aber, sofern sie es wollen, in ihren Portalen eine Möglichkeit zur Ende-zu-Ende Verschlüsselung anbieten", so Franitza. Ob das mit zu installierenden Clients oder mit einer Https-Verbindung zum Provider realisiert wird, lasse sich noch nicht sagen.

Auch der Einsatz einer qualifizierten elektronischen Signatur sei möglich, wenn zum Beispiel die eigenhändige Unterschrift bei einem Dokument vorgeschrieben sei. Damit werde die Sicherheit erhöht.

Auch beim Dokumentensafe sei vorgesehen, dass der Benutzer seine Daten zusätzlich selbst verschlüsseln kann. Dazu seien die Diensteanbieter angehalten, geeignete Software zu empfehlen oder selbst zur Verfügung zu stellen, sagte er.  (asa)


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