Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78625.html    Veröffentlicht: 13.10.2010 16:31    Kurz-URL: https://glm.io/78625

Gesetz beschlossen

700.000 Vorregistrierungen für De-Mail

Bei GMX, Web.de und bei der Deutschen Telekom haben sich fast 700.000 Menschen für die De-Mail vorangemeldet. Die Bundesregierung hat heute ein Gesetz dazu verabschiedet. Golem.de hat nachgefragt, was der Dienst kosten wird.

Die De-Mail stößt bei den Menschen in Deutschland auf Interesse. Seit dem Start der Registrierungsphase vor drei Monaten haben sich knapp 700.000 Menschen für den rechtsverbindlichen E-Mail-Dienst registrieren lassen. Bei den United-Internet-Marken GMX und Web.de sowie bei der Deutschen Telekom konnten sich Nutzer für eine eigene De-Mail-Adresse registrieren lassen.

Die Adressen werden nach Eingang der Anmeldung vergeben. Die E-Mail-Adresse soll sich aus Vorname.Nachname@, der anschließenden Endung des E-Mail-Anbieters und einer De-Mail-Endung zusammensetzen.

Wenn das De-Mail-Gesetz verabschiedet ist, werden die Teilnehmer über das Registrierungsverfahren informiert. Dann erfolgt die persönliche Authentifizierung, was die United-Internet-Töchter über einen Dienstleister per Postweg erledigen wollen. Mit De-Mail sollen in Deutschland rechtsverbindliche elektronische Nachrichten, ein Identifizierungsdienst und eine gesicherte Onlinedokumentenablage möglich sein. Für die Verbindungen zum jeweiligen Anbieter wird das SSL-Verfahren genutzt.

Die De-Mails sollen auch über das Handy abrufbar sein. Die De-Mail-Adresse und das Postfach sollen kostenlos sein, das Versenden von De-Mails muss bezahlt werden. GMX-Sprecher Holger Neumann sagte Golem.de: "Wir peilen einen Preis von 10 Cent bis 20 Cent an. Der Empfang der De-Mail wird kostenlos sein." Die Telekom werde ein kostenloses Freivolumen für die De-Mail-Grundversorgung bieten. Darüber hinaus seien die De-Mails kostenpflichtig. "Der Preis wird auf jeden Fall unter den 50 Cent der Deutschen Post liegen", sagte ein Telekom-Sprecher Golem.de.

Bundesdatenschützer Peter Schaar hatte im Februar 2009 Mängel in dem vom Bundeskabinett beschlossenen Entwurf des Bürgerportalgesetzes kritisiert. Es reiche nicht aus, dass die Diensteanbieter bei De-Mail untereinander verschlüsselt kommunizieren sollen. Damit könnten Nachrichten bei den Anbietern weiterhin von Dritten gelesen und gegebenenfalls verändert werden. Deshalb sollte die Kommunikation durch eine End-to-End-Verschlüsselung zwischen Absender und Empfänger gesichert werden. Auch die Ablage persönlicher Daten in einem elektronischen Safe sei nur wirklich sicher, wenn die Daten verschlüsselt gespeichert würden und ausschließlich der Betroffene den elektronischen Schlüssel dazu besitze.

Die Bundesregierung hat am heutigen 13. Oktober 2010 das Gesetz zur Regelung von De-Mail-Diensten beschlossen. De-Mail starte 2011, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). "Heute werden immer noch weit weniger als 5 Prozent der E-Mails verschlüsselt versendet." Aus diesem Grund sei es so wichtig, dass der Staat hier einen Impuls für das Entstehen einer flächendeckend verfügbaren und sicheren Infrastruktur gebe. Das De-Mail-Gesetz sorge für einheitliche Regelungen darüber, was die Mindestanforderungen an einen sicheren elektronischen Nachrichtenaustausch seien. Der Nutzer könne qualifiziert elektronisch signierte Versand- und Eingangsbestätigungen mit hoher Beweiskraft wie bei einem Einschreiben erhalten, so der Minister.  (asa)


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