Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78429.html    Veröffentlicht: 05.10.2010 12:21    Kurz-URL: https://glm.io/78429

Microsoft Research

Lightspace legt Surface-Touchscreens in den Raum

Microsofts Multitouch-Tisch Surface ist eine teure Angelegenheit, denn sie braucht einen speziellen Tisch. Etwas flexibler ist Microsoft Lightspace. Das Projekt setzt auf Surface auf und kann Wände, Tische und sogar die Handfläche für Interaktionen nutzen.

Lightspace ist Microsofts Versuch, die Möglichkeiten, die der Multitouch-Tisch Surface bietet, um den Raum zu erweitern. Statt eines Spezialtisches kann ein normaler Tisch oder eine Wand genutzt werden. Virtuelle Objekte können sogar auf der Hand abgelegt werden. Der Projektor zeigt sie dann auf einer Hand und lässt einen Punkt mit der Bewegung des Nutzers mitwandern.

Mit der Tiefenkamera erkennt Lightspace sogar den Winkel einer Oberfläche, auf der Objekte gerade liegen. So kann ein Objekt wie eine Kugel von einer Hand zur nächsten übergeben werden. Eine andere Person kann damit ein Video zu einer Wand tragen - Drag & Drop im Raum.

Technisch wird Lightspace mit Hilfe mehrerer Tiefenkameras und Projektoren umgesetzt. Diese sind über und zwischen Oberflächen platziert, um möglichst flexibel zu arbeiten. Die Anwender von Lightspace können beispielsweise einfach den Raum neu ordnen, wenn es notwendig ist. Ein an anderer Stelle platzierter Tisch soll von Lightspace als Touchscreenoberfläche wiedererkannt werden.

Microsoft zeigt dieses und andere Projekte rund um Eingabemethoden auf der UIST (ACM Symposium on User Interface Software and Technology), die derzeit stattfindet. Das Video, das jetzt die Runde macht, wurde bereits im März auf einer internen Microsoft-Veranstaltung aufgenommen, auf der verschiedene Forschungsabteilungen ihre Ergebnisse präsentieren. Es zeigt also einen recht alten Stand des Projekts, das erst zwei Monate vorher gestartet wurde.

An Lightspace wird offenbar weiter gearbeitet. Dank Microsofts Surface kann das Projekt auf eine solide und kommerziell bereits verwertete Grundlage setzen. Die Neuentwicklung konzentriert sich also auf das Verlegen der Interaktion in den Raum. Weitere Informationen finden sich in einem zehn Seiten umfassenden Forschungspapier.

Wie bei Forschungsprojekten üblich, lässt sich noch nicht sagen, ob und wann das Projekt als kommerzielle Lösung angeboten wird. An vergleichbaren Projekten arbeiten auch andere Forschungsgruppen: Intel zielt beispielsweise mit dem OASIS-Projekt auf Heimanwender. Das System soll besonders günstig werden.  (ase)


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