Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78410.html    Veröffentlicht: 04.10.2010 18:11    Kurz-URL: https://glm.io/78410

Deutsche Post DHL

Versandmarkenausdruck mit Adobe Reader gestoppt (Update)

Wer seine DHL-Versandmarke für Päckchen und Pakete bisher online gekauft hat, muss dabei jetzt ohne den Adobe Reader von Adobe Systems auskommen. Der Logistikkonzern nahm wegen häufiger Probleme beim Kunden die Softwarelösung aus dem Angebot.

Die Deutsche-Post-Sparte DHL hat sich bei der Onlinefrankierung von Päckchen und Paketen von der PDF-Lösung ihres Partners Adobe Systems verabschiedet. Mit der Onlinefrankierung lassen sich Versandmarken kaufen, per Paypal, Giropay, Mastercard oder Visacard bezahlen, ausdrucken und aufkleben, um die Sendung zu einer Packstation oder zu einer Postfiliale zu bringen. Der Ausdruck der Versandmarke soll dabei nur einmal möglich sein, um Fälschungen zu verhindern.

Seit kurzem wird dabei nun auf den Adobe Reader ganz verzichtet. "Wir bieten das Druckverfahren über das Programm Adobe Reader aus technischen Gründen nicht mehr an", bestätigte eine Sprecherin der Deutsche Post DHL Golem.de auf Anfrage. Zuletzt war die DHL-Versandmarke mit Adobe Reader im Internet Ende September 2010 verfügbar. "Hintergrund ist, dass das in der DHL-Onlinefrankierung verwendete Druckverfahren über Adobe Reader nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entsprach. Die für die Nutzung notwendigen Systemeinstellungen haben dabei häufig zu Problemen beim Druck der Versandmarken und zu Rückfragen der Kunden geführt." Versandmarken lassen sich weiterhin über Java von Sun Microsystems direkt aus dem Browser ausdrucken, erklärte die Sprecherin.

Adobe Systems setzt bei den Workflow-Vorgängen bei der DHL neben dem Programmpaket Adobe Acrobat auf den Adobe Form Server, der in der aktuellen Version Adobe Livecycle Forms heißt, und auf die Adobe Livecycle Reader Extensions.

Der US-Softwarehersteller Adobe System hat den Vorgang bisher nicht kommentiert.

Nachtrag vom 05. Oktober 2010, 17:29 Uhr:

"Das Druckverfahren war einfach nicht anwenderfreundlich genug, deshalb haben wir auf Java umgestellt. Die Kunden mussten an den Rechnern zu viele Einstellungen vornehmen oder ändern, um das Druckverfahren mit Adobe nutzen zu können", so die Sprecherin. Auch bei der Onlinebriefmarke Stampit habe die Post inzwischen auf Java umgestellt.  (asa)


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