Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78409.html    Veröffentlicht: 05.10.2010 10:12    Kurz-URL: https://glm.io/78409

Free Software Foundation

25 Jahre "Extremisten"

Die ersten einheitlichen Lizenzen zum Schutz freier Software sind ihr zu verdanken und die Idee, dass Anwender mit ihrem Computer machen können sollen, was sie wollen. Seit 25 Jahren gibt es die Free Software Foundation. Doch auch unter Verfechtern freier Software hat sie nicht nur Freunde.

Richard Stallman gründete die Free Software Foundation am 4. Oktober 1985, um die Entwicklung des damals neuen GNU-Projekts (GNUs not Unix) finanziell zu fördern. Die Organisation veröffentlichte im Laufe der Zeit drei Lizenzen, um freie Software zu schützen: die GPL, die in der Version 3 im Juni 2007 veröffentlicht wurde. Daneben stammen auch die LGPL (GNU Lesser General Public License) und die AGPL (GNU Affero General Public License) von der FSF. Außerdem hat die FSF die GNU Free Documentation License (GFDL) für Dokumentationen erarbeitet. Die Lizenzen sind auch unter dem Namen Copyleft bekannt, das die uneingeschränkte Nutzung und Weitergabe sowie Veränderung eines Urwerks garantiert. Copyleft nutzt das Urheberrecht, um die Vereinnahmung durch unfreie Software zu verhindern.

Gegenwärtig konzentriert sich die FSF auf Kampagnen, um dem Benutzer Freiheiten bei der Verwendung seines Computers zu ermöglichen. Neben der Unterstützung für freie Software wandte sich die FSF auch gegen Digital Rights Management (DRM), was sie als "Zerstörung der digitalen Zukunft" bezeichnet. Außerdem kämpft die FSF gegen Softwarepatente.

Streitbarer Präsident

Richard Stallman ist seit seiner Gründung der streitbare Präsident der gemeinnützigen Organisation. Zu den Mitgliedern der amerikanischen FSF gehören unter anderem Hal Abelson und Gerald Jay Sussman, Mathematikprofessoren am Massachusetts Institute of Technology und Bradley Kuhn. Ehemaliges Mitglied ist der Entwickler Miguel de Icaza, der unter anderem den Midnight Commander für Linux entwickelt hat und gegenwärtig das Mono-Projekt leitet.

Stallman und die FSF ecken mit ihrer rigiden Haltung immer wieder an - auch in der Open-Source-Gemeinschaft. Linus Torvalds sagte kürzlich, er wolle nicht mit freier Software in Verbindung gebracht werden - in der Organisation seien "Extremisten".

Der Ableger Free Software Foundation Europe und ihr Präsident Karsten Gerloff beschäftigen sich seit März 2001 mit den Belangen der Organisation in Europa und erhielten im Jahre 2010 die Theodor-Heuss-Medaille für ihr vorbildliches demokratisches Verhalten. Die Free Software Foundation Europe ist unter anderem Mitorganisator der jährlichen Demonstration "Freiheit statt Angst".

Das von der FSF getragene GNU-Projekt ist noch etwas älter und feiert 2008 seinen 25. Geburtstag.  (jt)


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