Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1010/78348.html    Veröffentlicht: 01.10.2010 08:34    Kurz-URL: https://glm.io/78348

Google

WebP soll Jpeg ersetzen

Nach dem offenen Videoformat WebM stellt Google mit WebP ein neues Bildformat vor. Es soll Jpeg ersetzen und dank besserer Kompression und damit verringertem Bandbreitenbedarf das Web schneller machen.

Bilder machen Webseiten langsam. Rund 65 Prozent der Datenmenge einer Webseite entfällt auf Bilder, sagt Google und sieht daher die Möglichkeit, den Bandbreitenbedarf und damit auch die Ladezeiten von Webseiten deutlich zu reduzieren. Die meisten Bildformate, die heute im Web verwendet werden, seien mehr als zehn Jahre alt und nicht auf der Höhe der Zeit. Abhilfe schaffen soll hier WebP, das deutlich kleinere Dateien bei gleicher Bildqualität verspricht.

Das von einigen Google-Mitarbeiten entwickelte Format WebP ist wie Jpeg verlustbehaftet, denn die meisten Bilder im Web seien heute mit entsprechenden Verfahren komprimiert. Zum Einsatz kommt dabei ein Algorithmus, der auf dem Videocodec VP8 basiert, den Google mit dem Unternehmen On2 gekauft und als Open Source freigegeben hat. Die bei VP8 genutzte Infraframe-Codierung hat Google dazu in einem Kompressionsverfahren für Standbilder weiterentwickelt. Hinzu kommt ein sehr schlankes Containerformat, das auf RIFF basiert und nur rund 20 Byte pro Bild beansprucht, sich aber leicht erweitern lässt, um Metadaten zu speichern.

Sein neues Format hat Google mit 1.000.000 zufällig gewählten Bildern, die im Web zu finden sind, getestet. Diese wurden in WebP konvertiert und benötigten danach 39 Prozent weniger Speicherplatz. Google geht davon aus, dass, ausgehend von unkomprimierten Bildern, sich noch größere Vorteile ergeben. Einige Beispiele zum Qualitätsvergleich hat Google auf einer Webseite veröffentlicht.

Damit WebP aber zu einem Erfolg werden kann, bedarf es einer breiten Unterstützung in Browsern. Einen Patch für die Browserengine Webkit hat Google entwickelt, die kommende Version von Google Browser Chrome soll das Format unterstützen. Wie es um andere Browser steht, verriet Google nicht.

Derzeit liegt WebP in einer Betaversion vor. Unterstützung für Transparenz fehlt, soll aber in Form eines Alpha-Kanals in die nächste Version integriert werden.  (ji)


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