Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78257.html    Veröffentlicht: 29.09.2010 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/78257

Office 2011

Mac-Version mit Outlook, aber ohne Opendocument

Microsoft hat die neue Version seiner Büroprogrammsammlung für Mac OS X fertiggestellt - und verwundert mit einigen Entscheidungen.

Office 2011 bringt erstmals Outlook auf den Macintosh, damit wird das bisher für E-Mails zuständige Programm Entourage abgelöst. Zunächst fällt auf, dass Office 2011 nun die Bedienung mit Ribbons benutzt, was nach etwas Umgewöhnung schnelleres Arbeiten verspricht. Klassische Icon-Leisten gibt es bei der Mac-Variante aber weiterhin, auch mit der Menubar lässt sich das Programm bedienen.

Microsoft will es Anwendern, die an die Bedienung der Windows-Version Office 2010 gewöhnt sind, leicht machen, umzusteigen.

Durch die drei verschiedenen Bedienmethoden - Ribbons, Icon-Leisten und Menubar - sieht Office 2011 etwas überladen aus. Es ist spürbar, dass hier ein Windows-Bedienkonzept mit einem Mac-Bedienkonzept kollidiert.

Zu den Programmen, die auf dem Mac angeboten werden, gehören aber bei weitem nicht alle Office-Komponenten. Vorhanden sind die Kernanwendungen Word, Excel, Powerpoint und Outlook. Dazu kommt die Microsoft Document Connection, die wichtig für eine Skydrive-Anbindung oder einen Sharepoint-Server ist. Außerdem gibt es den Microsoft Messenger und den altbekannten Remote Desktop Client.

Das besonders praktische Onenote oder der Publisher fehlen dem Mac-Paket. Auch mit der Datenbank Access kann der Mac nicht umgehen, spezielle Office-Angebote wie Visio oder Project gibt es auf dem Mac ebenfalls nicht.

Keine Mehrsprachigkeit

Ungewöhnlich für ein Programm auf dem Macintosh ist, dass Office 2011 nur in einer Sprache veröffentlicht worden ist. Selbst auf Systemen, die auf deutsche Sprache geschaltet waren - unter Mac OS X geht das mit einem einfachen Neustart der Anwendung -, installierte sich Office 2011 nur in englischer Sprache. Folglich ließ sich nicht mehrsprachig schreiben. Das wird laut Microsoft auch bei den Verkaufsversionen der Fall sein. Wer mehrere Sprachen nutzt, muss Korrekturdaten für andere Sprachen also nachinstallieren; Office bietet davon allerdings sehr viele an.

Bei Apples iWork ist das nicht notwendig: Es unterstützt durch das Betriebssystem anwendungsübergreifend einige Sprachen zur Korrektur - allerdings sind es dann nur ein Dutzend. Der große Vorteil von Mac OS X ist, dass Wörterbücher auch für andere Programme benutzt werden können. Wer hingegen in Office 2011 seine Wortliste pflegt, kann sie nicht automatisch in einem Editor nutzen, der auf die Systemwortlisten zugreift.

Kein Opendocument

Erstaunlicherweise fehlt der Mac-Version von Office die Unterstützung des Opendocument-Formats. Office 2011 ist also nicht vollständig kompatibel zu Office 2010. Denn Microsoft unterstützt seit dem Service Pack 2 für Office 2007 Opendocument in seinen Produkten. Manch ein Office-Nutzer dürfte daher auf das Opendocument-Format umgeschwenkt sein, auch wenn die Unterstützung bei den Windows-Versionen nicht perfekt ist.

Beim Linuxtag 2010 hatte Microsoft noch betont, einen Fokus auch auf offene Standards legen zu wollen. Für die Mac Business Unit von Microsoft gilt das offensichtlich nicht. Ob die Unterstützung von Opendocument nachgerüstet wird, konnte Microsoft auf Nachfrage noch nicht sagen.

Apples iWork kann mit Opendocument ebenfalls nichts anfangen. Alternativen, die Opendocument unterstützen, wie Openoffice.org (jetzt LibreOffice) und NeoOffice, sind aber vorhanden.

Office 2011 soll am 26. Oktober 2010 in zwei Versionen für den Mac erscheinen. Die Version Home & Student, der allerdings Outlook fehlt, wird voraussichtlich 109 Euro kosten. Wer das E-Mail- und Kalenderprogramm braucht, muss 249 Euro für Office 2011 Home & Business bezahlen. Office 2011 wird es nur als 32-Bit-Version geben.  (ase)


Verwandte Artikel:
Mac-Version: Microsofts Office 2011 nur als 32-Bit-Version   
(10.06.2010, https://glm.io/75691 )
Microsoft: To-Do ist eine digitale Checkliste der Wunderlist-Macher   
(20.04.2017, https://glm.io/127392 )
Microsoft: Office for Mac 2011 ab Oktober im Handel   
(02.08.2010, https://glm.io/76920 )
Bürosuite: Microsoft Office für iOS wird teamfähig   
(31.01.2018, https://glm.io/132489 )
Microsoft: Alle Windows-Insider können künftig Preview-Apps testen   
(15.02.2018, https://glm.io/132788 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/