Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78232.html    Veröffentlicht: 24.09.2010 17:15    Kurz-URL: https://glm.io/78232

Aussteiger

Novell-Verkauf könnte scheitern

Ein Finanzinvestor, der für einen Teil von Novell bietet, ist offenbar aus der Auktion ausgestiegen. Platinum Equity war der Preis zu hoch.

Der Verkauf und die Aufspaltung von Novell könnten scheitern. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet aus informierten Kreisen, dass das Investmentunternehmen Platinum Equity aus Los Angeles sich aus der Bieterrunde verabschiedet hat. Dem von Tom Gores geführten Unternehmen war der von Novell geforderte Preis offenbar zu hoch. Die vorhandenen Bieter seien eher an der Linux-Sparte interessiert, so der Bericht.

Das Linux-Geschäft von Novell will offenbar VMware kaufen. Alle anderen Novell-Produkte, IT-Management- und Sicherheitssoftware, sollten an Attachmate gehen. Attachmate gehört den Buyout-Investoren Golden Gate Capital und Francisco Partners und bietet zusammen mit Platinum Equity für die Novell-Sparten. Attachmate stellt Software für Terminalemulation, Managed-File-Transfer und Enterprise-Fraud-Management her. Das Wall Street Journal hatte berichtet, dass Novell bei einem Scheitern der Verhandlungen mit Attachmate die Sparten auch behalten könnte. Die Gespräche mit VMware könnten sich noch eine Weile hinziehen, hieß es. Beide Seiten seien sich in der Bewertung des Linux-Geschäfts uneinig. Fragen, wie Novells Vertrieb und seine Patente aufgeteilt werden sollen, erschwerten die Verhandlungen, die auch noch komplett scheitern könnten.

Novell hatte im März 2010 das Übernahmeangebot des Finanzinvestors Elliott Associates, der für 1,8 Milliarden US-Dollar das gesamte Unternehmen kaufen wollte, als unzureichend abgelehnt. Die Firma habe bessere Wachstumsaussichten, hieß es zur Begründung. Novell verfügte zu der Zeit über Barreserven in Höhe von fast 1 Milliarde US-Dollar, verzeichnete aber seit langem sinkende Umsätze. In den ersten neun Monaten seines laufenden Finanzjahres verbuchte Novell einen Umsatz von 605 Millionen US-Dollar und einen Gewinn von 56 Millionen US-Dollar.  (asa)


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