Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78079.html    Veröffentlicht: 20.09.2010 12:09    Kurz-URL: https://glm.io/78079

Uno

Breitbandzugang bis 2015 für die Hälfte der Weltbevölkerung

Die Uno hat ein neues Ziel: Die Hälfte der Weltbevölkerung soll bis 2015 einen schnellen Internetzugang erhalten. Die Uno hält das für ein grundlegendes Bürgerrecht.

Hamadoun Touré, der Chef der Internationalen Fernmeldeunion ITU, fordert bis 2015 einen Breitbandinternetzugang für über die Hälfte der Weltbevölkerung. Ein schneller Internetzugang müsse zu einem grundlegenden Bürgerrecht werden, so der aus Mali stammende Telekommunikationsexperte. Touré stellte die Forderungen gestern in New York vor der Broadband Commission for Digital Development auf.



Regierungen sollten den Markteintritt von Internetanbietern erleichtern und keine zu hohen Steuern erheben, sagte Touré. Laut einer Studie, die Touré vorstellte, ist die Verbreitung von Breitbandinternet eng mit ökonomischem Wachstum verbunden. "Im 21. Jahrhundert werden erschwingliche, überall verfügbare Breitbandnetzwerke ebenso wichtig für den sozialen und wirtschaftlichen Wohlstand wie Verkehrs-, Wasser- und Elektrizitätsnetze", heißt es in der Studie.

Während Internetnutzer in Großbritannien, den USA, Kanada und Australien unter einem Prozent des Durchschnitteinkommen für einen schnellen Internetzugang bezahlen, kostet ein relativ langsamer Zugang in armen Ländern wie Äthiopien, Malawi oder Niger das mehrfache eines Monatseinkommens. Auch wegen der hohen Preise hätte in den ärmsten Ländern der Welt nur ein Prozent der Bevölkerung Zugang zu schnellem Internet. In Westeuropa, Ozeanien und Nordamerika liege die Breitbandpenetration bei 30 Prozent, in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China, bei 10 Prozent.

Das Ziel, über die Hälfte der Weltbevölkerung mit Breitbandinternet zu versorgen, sei auch wichtig für die Erreichung der Millenniumziele bis 2015, sagte Touré. Vor zehn Jahren hatten die UN die Millenniumentwicklungsziele verbindlich vereinbart. Zentrale Aufgabe ist, Hunger und extreme Armut auf der Welt bis 2015 zu halbieren. Viele UN-Funktionäre gestehen inzwischen ein, dass die Ziele nicht mehr zu erreichen sind.  (asa)


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