Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78043.html    Veröffentlicht: 17.09.2010 10:15    Kurz-URL: https://glm.io/78043

Verluste in der Handysparte

LG Electronics feuert Konzernchef

LG Electronics hat sich kurzfristig von seinem Vorstandvorsitzenden getrennt. Nam habe schwere Managementfehler zu verantworten, die zu Verlusten in der Handysparte geführt hätten, so die Begründung.

LG Electronics hat seinen Vorstandschef entlassen, weil die Handysparte des südkoreanischen Elektronikkonzerns Verlust verzeichnet. Nam Yong übernehme mit seinem Rücktritt die Verantwortung für schwere Managementfehler, gab das Unternehmen bekannt. Der Führungsposten ging mit Koo Bon-joon an ein Mitglied aus der Gründerfamilie.

Die Unternehmensaktie legte nach Bekanntwerden des Führungswechsels um 5 Prozent zu. Analysten erwarten, dass der neue Vorstandschef aggressiver investiert, um die Konkurrenzfähigkeit von LG Electronics zu verbessern. Koo wird wahrscheinlich auch den Chef der Mobiltelefonsparte, Skott Ahn, und andere Topmanager austauschen.

LG Electronics steht unter Druck. Die Handysparte hatte im letzten Quartal einen Rekordverlust verzeichnet und warnte für das laufende Quartal vor ähnlich hohen Verlusten.

Der Wechsel erfolgt zum 1.Oktober 2010. "Wir haben die Entscheidung jetzt getroffen, um dem angehenden Vorstandschef genug Zeit zu geben, sich für das nächste Jahr vorzubereiten", hieß es von der LG Group.

Der 58-jährige Koo ist der jüngere Bruder des LG-Group-Aufsichtsratsvorsitzenden Koo Bon-moo. Er hatte früher den Displayhersteller LG Philips LCD geführt und als Projektmanager beim US-Telekommunikationskonzern AT&T gearbeitet.

LG kletterte von 2005 bis 2008 von Platz sechs auf Platz drei der Weltrangliste der Handyhersteller. Laut den Marktforschern von IDC hat LG Electronics im zweiten Quartal 2010 Marktanteile eingebüßt, verteidigte aber den Platz drei mit 30,6 Millionen verkauften Mobiltelefonen. Damit ging LGs Marktanteil von 10,8 Prozent auf 9,6 Prozent zurück. Der gesamte Handymarkt legte um 14,5 Prozent zu.  (asa)


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