Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78013.html    Veröffentlicht: 16.09.2010 11:13    Kurz-URL: https://glm.io/78013

Tim Berners-Lee

Internet für alle

Internetzugang ist kein Privileg, sondern eine Notwendigkeit - so lautete die Botschaft von Tim Berners-Lee beim Kongress Nokia World. Er schlug vor, allen Menschen kostenlos einen langsamen Internetzugang zur Verfügung zu stellen.

Tim Berners-Lee hat auf einer von Nokia ausgerichteten Konferenz in London freien Internetzugang für alle gefordert, berichtet die BBC. Jeder Mensch auf der Erde sollte standardmäßig zumindest einen schmalbandigen Internetzugang bekommen, sagte er.

Chance mobiles Internet

Der Ausbau der mobilen Netze biete eine Chance, dass alle Menschen jetzt Zugang zu den Informationsnetzen bekämen. Dennoch hätten nur 20 Prozent der Weltbevölkerung Internetzugang. "Was ist mit denen, die zwar ein Signal bekommen, aber trotzdem nicht Teil des Webs, nicht Teil der Informationsgesellschaft sind?"

Wer nicht an der Informationsgesellschaft teilnehme, habe große Nachteile. "Anfangs dachte ich, man sollte den Menschen Wasser geben und ihnen Gesundheitsversorgung bieten. Ein Internetzugang sei dann ein zusätzlicher Luxus", sagte Berners-Lee. "Aber dem ist nicht so. Das Internet kann ein wichtiges Instrument sein, den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen."

Sein Vorschlag: Die Mobilfunkanbieter sollten einen langsamen Internetzugang kostenlos anbieten. Ein solcher Zugang wäre ein wichtiger Schritt. Dadurch könnten die Menschen zu mehr Wohlstand kommen, und wenn sie es sich dann leisten könnten, wären sie auch bereit, für einen schnelleren Internetzugang zu bezahlen.

An Netzneutralität festhalten

Neben dem kostenlosen Internetzugang sprach Berners-Lee auch die Netzneutralität an. Wer eine Website aufrufe, erwarte, dass er diese auch ausgeliefert bekomme. So sei es bisher gewesen, das sei ein Erfolgsfaktor des Internets.

Inzwischen gebe es aber viele Unternehmen, die die Zahl der Webseiten, die ein Nutzer aufrufen könne, begrenzen wollten. Ein Unternehmen, das Filme als Stream anbiete, könne beispielsweise ein Interesse daran haben, dass der Zugang zu Filmen von der Konkurrenz langsamer sei. Das dürfe nicht passieren, warnte Berlerns-Lee. "Bedenken Sie, was Sie verlieren, wenn Sie die Netzneutralität abschaffen: Sie verlieren das Netz, wie wir es kennen: dass Sie mit einem Klick auf einen Link hingehen können, wo Sie wollen."  (wp)


Verwandte Artikel:
Web-Erfinder bereut doppelten Schrägstrich   
(28.03.2006, https://glm.io/44295 )
HTML 5 - Verstärkung für die HTML-Arbeitsgruppe des W3C   
(27.08.2009, https://glm.io/69379 )
Die BBC und die digitale Revolution   
(13.07.2009, https://glm.io/68335 )
Erfinder des Web ruft World Wide Web Foundation ins Leben   
(16.09.2008, https://glm.io/62447 )
15 Jahre WWW: Internetdienste im Wandel der Zeit   
(30.04.2008, https://glm.io/59376 )

© 1997–2021 Golem.de, https://www.golem.de/