Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/78011.html    Veröffentlicht: 16.09.2010 10:58    Kurz-URL: https://glm.io/78011

Skyhook

Google steht nicht mehr für Offenheit

Ein Anbieter für WLAN-Ortspositionierung fühlt sich von Google geschädigt. Der Internetkonzern habe dafür gesorgt, dass Skyhook-Wireless-Technik von Motorolas Android-Handys fliegt. Der Vorwurf lautet, Google werde seinem Anspruch der Offenheit nicht mehr gerecht.

Skyhook Wireless verklagt Google wegen Patentverletzungen. Das Unternehmen hat Klage vor zwei Gerichten in Massachusetts eingereicht. Skyhook behauptet, Google nutze seine Kontrolle über Android und Google Maps, um Skyhooks Mappingtechnologie von Motorolas Android-Handys auszuschließen. Zudem verletze Google vier Skyhook-Patente. Skyhook fordert Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe.

Googles Android-Projektchef Andy Rubin habe Motorolas Vorstandschef Sanjay Jha aufgefordert, Skyhook-Technik von den Endgeräten zu verbannen, so der Vorwurf des Klägers. Andernfalls würde Google seine Android-Zertifizierung für die Handys zurückziehen. "Skyhook hat Millionen an Lizenzgebühren im Rahmen des Motorola-Vertrages verloren", heißt es in der Skyhook-Klage. "Googles Einflussnahme verhinderte auch, dass Skyhook seine Datenbanken mit den Daten dieser Telefone erweitert", schrieben die Anwälte des Privatunternehmens aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts.

Google habe die Klage noch nicht erhalten und wollte sich deswegen nicht zu dem neuen Rechtsstreit äußern, erklärte ein Sprecher.

"Ihr Verhalten in diesem Fall steht im Widerspruch zu ihrer Botschaft der Offenheit", sagte Skyhook-Chef Ted Morgan über den Internetkonzern Google. "In Bereichen, die sehr wichtig für Google sind, scheinen sich die Regeln zu ändern."

Skyhook Wireless wurde 2003 gegründet und bietet das WLAN-Ortspositionierungssystem (WPS) und das hybride Standortermittlungssystem XPS, das WLAN, GPS und Mobilfunksendemasten benutzt, um Standortdaten für standortbezogene Anwendungen zu liefern. Zu den Investoren gehören RRE Ventures, Bain Capital Ventures, Intel Capital Partners und CommonAngels.  (asa)


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