Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/77849.html    Veröffentlicht: 09.09.2010 17:54    Kurz-URL: https://glm.io/77849

ASMedia und VIA

Alternative Controller für USB 3.0 verspäten sich

Unbestätigten Berichten zufolge werden die ersten taiwanischen Controller für Hostadapter nach USB 3.0 nicht mehr im Jahr 2010 erscheinen. Kompatibilitätsprobleme sollen schuld daran sein, dass die Asus-Tochter ASMedia und VIA auf sich warten lassen. Etron und dem US-Unternehmen Fresco Logic soll es nicht besser gehen.

Einem Bericht von Digitimes zufolge scheitern alle vier Chiphersteller an den Kompatibilitätstests des USB-Implementors Forum (USB-IF). Dieses Gremium wacht über die USB-Standards und führt rigorose Tests durch. Bereits zur Cebit 2010 hatte das USB-IF über 50 Produkte mit USB-3.0-Ports zertifiziert.

Bei den Controllern für Hostadapter gibt es derzeit aber nur einen nennenswerten Anbieter: NEC/Renesas. Deren Baustein µPD720200 ist in allen Rechnern zu finden, die USB 3.0 schon unterstützen. Er stellt aber nur zwei der schnellen Schnittstellen zur Verfügung. Zudem soll er laut Digitimes zwischen 3 und 3,5 US-Dollar kosten - aber nur bei Abnahme von mindestens 500.000 Stück. Bis vor kurzem sollen es noch 8 US-Dollar gewesen sein, bevor ASMedia angab, seine Controller für weniger als 2 Dollar verkaufen zu wollen.

ASMedia hatte seinen Controller bereits Mitte 2010 angekündigt, kurz darauf folgten in Taiwan VIA, Etron und auch das US-Unternehmen Fresco Logic. Letzteres ist vor allem auf Bausteine für Messgeräte, auch für USB 3.0, spezialisiert und will nun auch im Endgerätemarkt mitmischen. Alle vier Anbieter haben Digitimes zufolge schon Muster an Mainboardhersteller geliefert, diese Chips sollen aber noch mit etlichen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen haben.

Ein Problem bei der Entwicklung von kompletten Lösungen für USB 3.0 ist die Tatsache, dass die Schnittstelle nicht mit generischen Treibern von Windows 7 unterstützt wird. Da es keinen gemeinsamen Softwarestack gibt, wie etwa für USB 2.0 oder Bluetooth, müssen die Chiphersteller die gesamte Software selbst schreiben. Sie muss dann durch Microsofts Testverfahren, und die Hardware muss zusammen mit den Treibern vor dem USB-IF bestehen.

Die fehlende Unterstützung durch Windows 7 gab auch Intels Chipsatz-Chef Steve Peterson auf der Cebit 2010 im Gespräch mit Golem.de als Grund dafür an, dass Intel USB 3.0 bisher nicht in seine Produkte integriert hat. Auf dem in der nächsten Woche stattfindenden IDF könnte sich hier aber eine Kehrtwende abzeichnen.  (nie)


Verwandte Artikel:
VIA VL800: Erster Hostadapter für USB 3.0 mit vier Ports   
(26.05.2010, https://glm.io/75374 )
Seagate: Rugged-Festplatte enthält SD-Kartenleser für Drohnen   
(24.04.2017, https://glm.io/127462 )
ASM3142: Asmedias USB-3.1-Gen2-Controller benötigt weniger Energie   
(01.06.2017, https://glm.io/128159 )
Lexip: Joystick, Analogstick und Gamingmaus in einem   
(06.03.2018, https://glm.io/133163 )
Eigene SSD: RAID-Adapter für 4 Compact-Flash-Karten   
(24.10.2007, https://glm.io/55602 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/