Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/77737.html    Veröffentlicht: 06.09.2010 13:47    Kurz-URL: https://glm.io/77737

Verbraucherschützer

Anbieter verschleiern Energiebedarf von Notebooks

Acer und ein Eizo-Händler werben mit Aussagen zum niedrigen Strombedarf ihrer Produkte, ohne klare Angaben zu machen. Das haben Verbraucherschützer jetzt unterbunden.

Verbraucherschützer haben Notebook- und Displayanbieter erfolgreich abgemahnt, weil diese unkonkrete Angaben zum Energieverbrauch ihrer Produkte gemacht hatten. Das gab der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) bekannt. Der taiwanische Computerhersteller Acer hatte einen Rechner mit der Werbeaussage "bis zu 40 Prozent weniger Strom als vergleichbare Notebooks" beworben. Acer gab jedoch keinen Bezugswert an, kritisierten die Verbraucherschützer.

Der japanische Displayhersteller Eizo machte über die Vertriebsfirma Avnet Technology Solutions ähnlich vage Werbesprüche. Eizo-Displays verbrauchten "um bis zu 50 Prozent" weniger Energie, hieß es da. Immo Terborg von der Verbraucherzentrale Hamburg sagte: "Ohne eine klare Bezugsgröße sind die Angaben nichtssagend. Denn die Kunden können sich kein Bild über die vorgegebene Einsparung machen." Oft fehlten auch Angaben, wie viel Energie ein Notebook oder ein LCD überhaupt verbrauche, so Terborg.

Christian Noll, Energieexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte Golem.de, der Trend beim Energieverbrauch bei Notebooks und Netbooks sei insgesamt rückläufig. Der Kunde achte auf eine möglichst lange Akkulaufzeit. "Das sind Produktgruppen, wo der Verbrauch eher zurückgeht. Für besonders sparsame Netbooks überlegt die Jury Umweltzeichen, den Blauen Engel zu vergeben." Anders sehe es bei voll ausgestatteten PCs aus.

LC-Displays, die im Gegensatz zu LCD-Fernseher keine zusätzlichen Ausstattungsmerkmale wie Tuner haben, die den Energieverbrauch erhöhten, seien ebenfalls sparsam. Insgesamt verbrauchten LCDs natürlich weniger Energie als Röhrenmonitore, sagte Noll. Doch auch bei den LC-Displays fordere der BUND, dass ein Energielabel eingeführt werde, was die EU-Kommission jedoch bislang sehr zögerlich anginge.

Bei Netbooks tragen Atom-Prozessor, Chipsatz und LED-Backlights dazu bei, dass der Energiebedarf sinkt.

Typischerweise liegt ein Standardnotebook zwischen 25 und 50 Watt. Allgemein werden in Standardnotebooks immer sparsamere Chips und Displays eingesetzt.

Edda Müller, stellvertretende Vorsitzende der Jury Umweltzeichen, erläuterte am Wochenende auf der Ifa, dass ein privater Haushalt insgesamt bis zu 40 Prozent Strom sparen könne, wenn neben Fernsehern auch bei Kühl- und Gefrierkombinationen, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, DVD- beziehungsweise Blu-ray-Geräten, Espressomaschinen, Masterslave-Steckleisten, Wasserkochern und Netbooks nur Geräte mit dem Blauen Engel benutzt würden. [von Achim Sawall und Nico Ernst]  (asa)


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