Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/77638.html    Veröffentlicht: 01.09.2010 18:06    Kurz-URL: https://glm.io/77638

Vergewaltigungsvorwurf

Schwedische Behörden ermitteln wieder gegen Assange

Gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wird wieder wegen Vergewaltigung ermittelt. Der Anwalt der mutmaßlichen Opfer hatte Widerspruch gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft eingelegt. Diese hatte den Vorwurf der Vergewaltigung kürzlich nach wenigen Stunden fallengelassen.

Die schwedischen Strafverfolgungsbehörden haben die Ermittlungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange wegen Vergewaltigung wieder aufgenommen. Ihr lägen Erkenntnisse vor, dass es doch zu einer Vergewaltigung gekommen sei, teilte die Staatsanwaltschaft in Stockholm mit.

Haftbefehl nach Stunden aufgehoben

Erstmals war Assange Ende vorvergangener Woche einer Sexualstaftat bezichtigt worden. Er sollte eine Frau vergewaltigt und eine weitere sexuell genötigt haben. Schwedens Chefanklägerin Eva Finne hob den Haftbefehl wegen Vergewaltigung jedoch nach wenigen Stunden mangels Tatverdacht wieder auf. Der Vorwurf der sexuellen Nötigung blieb bestehen.

Der Anwalt der mutmaßlichen Opfer habe Widerspruch gegen Finns Entscheidung eingelegt, berichtet die schwedische Tageszeitung The Local. Er habe beantragt, die Ermittlungen wegen Vergewaltigung wieder aufzunehmen. Ob die Staatsanwaltschaft wieder einen Haftbefehl gegen Assange ausstellen wird, sei noch nicht klar.

Verleumdungskampagne gegen Wikileaks?

Assange hat die Vorwürfe wiederholt bestritten. Er hält sie für eine Kampagne, um ihn und Wikileaks zu diskreditieren, nachdem die Organisation vor einigen Wochen geheimes Material der US-Armee aus Afghanistan veröffentlicht hatte. Entsprechende Warnungen habe er mehrfach erhalten, unter anderem vom australischen Geheimdienst, so Assange. Vor allem in den USA war die Veröffentlichung der Dokumente auf heftige Kritik gestoßen.

Am Montag dieser Woche hatte sich Assange erstmals mit der schwedischen Polizei getroffen und zu den Vorwürfen ausgesagt. Danach hatte sein Anwalt gesagt, er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft die Vorwürfe komplett fallenlassen werde.

Assange hat im August laut Wikileaks eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis für Schweden beantragt.  (wp)


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