Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1009/77603.html    Veröffentlicht: 01.09.2010 09:20    Kurz-URL: https://glm.io/77603

Tiefseearchäologie

Tauchroboter fotografieren Titanic in 3D

Vor 25 Jahren entdeckten Forscher das Wrack des 1912 gesunkenen Passagierschiffes Titanic. Derzeit findet eine neue Expedition zu dem Schiff statt: Tauchroboter nehmen die Titanic mit modernster 2D- und 3D-Kameratechnik auf. Ziel ist, die gesamte Fundstelle, die sich über mehrere Quadratkilometer erstreckt, zu dokumentieren.

25 Jahre nach der Entdeckung des Wracks der Titanic unternimmt das Unternehmen RMS Titanic zusammen mit der Woods Hole Oceanographic Institution eine neue Expedition zum Wrack des 1912 gesunkenen Passagierdampfers. Ziel ist es, den aktuellen Zustand des Rumpfes zu dokumentieren sowie das Schiff virtuell wieder erstehen zu lassen.

Hochauflösende 2D- und 3D-Bilder

Im Zuge der Expedition tauchen ein ferngesteuertes U-Boot, ein sogenanntes Remotely Operated Vehicle (ROV), sowie zwei autonome U-Boote (Autonomous Underwater Vehicle, AUV) zu dem Wrack hinunter. Diese sind mit hochauflösenden 2D- und 3D-Kameras ausgestattet. Damit haben sie bereits tausende Fotos und viele Stunden Videomaterial von dem Wrack aufgenommen. Während einer Tauchfahrt am vergangenen Sonntag entstanden dabei eindrucksvolle, hochaufgelöste Videoaufnahmen vom Bug der Titanic. Wegen eines aufziehenden Wirbelsturms mussten die Arbeiten jedoch danach unterbrochen werden.

Zudem wird die Fundstelle auch mit Sonargeräten vermessen. Die ersten der dafür nötigen Transponder sind bereits am Meeresboden ausgebracht worden. Aus den Daten soll dann ein virtuelles 3D-Modell der Titanic erstellt werden. Anhanddessen wollen die Forscher unter anderem die Veränderungen an dem Wrack dokumentieren. Geplant ist zudem ein 3D-Film des Schiffs.

Gesamtes Wrackfeld

Es sei das erste Mal, dass der gesamte Fundort des Wracks dokumentiert werde, erklärte das Unternehmen RMS Titanic, das die ausschließlichen Eigentums- und Bergungsrechte an dem Wrack hat. Beim Sinken zerbrach das Schiff in zwei Teile, die etwa 600 Meter voneinander entfernt liegen. Die Trümmer sind auf einem Gebiet von etwa drei Kilometer Breite und fünf Kilometer Länge verteilt. Obwohl seit der Entdeckung des Wracks viele Tauchexpeditionen dorthin durchgeführt wurden, sind laut RMS Titanic noch gut 40 Prozent des Wracks nicht ausreichend erforscht und dokumentiert. Das soll im Zuge der aktuellen Expedition geschehen.

Die Titanic war bei ihrem Stapellauf Anfang April 1912 das größte Passagierschiff der Welt. Es gehörte der britischen Reederei White Star und galt als unsinkbar. Auf der Jungfernfahrt nach New York kollidierte das Schiff in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 im Nordatlantik mit einem Eisberg und sank. Der Untergang der Titanic, bei dem rund 1.500 Menschen ums Leben kamen, zählt zu den schwersten Schiffskatastrophen.

Entdeckung vor 25 Jahren

Am 1. September 1985 orteten der US-Unterwasserarchäologe Robert Ballard und der französische Ozeanograf Jean-Louis Michel das Wrack in 3.800 Meter Tiefe. Seither hat sich das Wrack merklich verändert. Grund sind Mikroorganismen, die den Stahl zersetzen. Die Expedition soll den jetzigen Zustand dokumentieren.

Die Katastrophe fasziniert die Menschen bis heute: 1997 kam ein Film des US-Regisseurs James Cameron über die Katastrophe in die Kinos. Er war lange Zeit der erfolgreichste Film aller Zeiten. Abgelöst wurde er erst im Jahr 2010 - von Camerons nächstem Film, Avatar - Aufbruch nach Pandora.  (wp)


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