Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77465.html    Veröffentlicht: 25.08.2010 11:38    Kurz-URL: https://glm.io/77465

EASSy

3,84 TBit/s für Ostafrika

Das Unterseekabel EASSy (East Africa Submarine Cable System) hat seinen Betrieb aufgenommen. Es verbindet diverse Staaten in Ostafrika mit Europa und Amerika und bietet eine Bandbreite von 3,84 TBit pro Sekunde.

Das East Africa Submarine Cable System verfügt über eine Ringstruktur und nutzt zwei Glasfaserpaare. Es ist rund 10.000 Kilometer lang und nutzt 68 Wellenlängen pro Glasfaserpaar mit jeweils 10 beziehungsweise 40 GBit/s. Die Gesamtkapazität liegt bei 3,84 TBit/s.

Rund 25 Provider, in erster Linie aus Afrika, sind an das Kabel angeschlossen, das entlang der ostafrikanischen Küste von Südafrika bis Sudan verläuft und insgesamt 21 afrikanische Staaten untereinander und mit dem Rest der Welt verbindet. Es verfügt über Landstationen in Madagaskar, Mosambik, Tansania, Kenia, Somalia, Dschibuti und auf den Komoren.

Das Kabel soll die Nutzer in den angeschlossenen Ländern mit Internet und Telefonie versorgen und ermöglicht rund 250 Millionen afrikanischen Bürgern Zugang zum Internet. Wer einmal selbst in Ostafrika unterwegs war, weiß, wie schlecht die internationale Internetanbindung dort ist. Während sich der Zugriff auf Server in Afrika durchaus flink anfühlt, kriechen die Daten von europäischen Servern förmlich durch die Leitung.

Das Betreiberkonsortium von EASSy besteht aus 16 Mitgliedern, die fast alle aus Afrika stammen. Die Betreiber versprechen allen Lizenznehmern auf allen von ihnen bedienten Märkten einen offenen Zugang zu erschwinglichen Preisen, wodurch die Wettbewerbsbedingungen in der gesamten Region angeglichen werden sollen.

Insgesamt flossen rund 235 Millionen US-Dollar an Investitionen in das Projekt. Rund 70 Millionen US-Dollar steuerten die International Finance Corporation (IFC), die Afrikanische Entwicklungsbank, die Europäische Investitionsbank (EIB) sowie die französische Entwicklungsbank Agence Française de Developpement (AFD) bei. 13,2 Millionen US-Dollar kamen von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW.  (ji)


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