Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77383.html    Veröffentlicht: 21.08.2010 10:03    Kurz-URL: https://glm.io/77383

Bioshock Infinite

Action mit Haken

Tief unter sich die Erde, über sich freischwebende Gleise, in der Hand den Enterhaken: So saust der Spieler durch die schwebende Stadt Columbia - und kämpft dabei. Golem.de hat erste Ingame-Szenen des Actionspektakels gesehen und mit Entwicklungschef Ken Levine gesprochen.

Der Stolz der Vereinigten Staaten: Das ist in Bioshock Infinite die schwebende Stadt Columbia. Ein paar Jahre zuvor gab es noch nicht mal Auto, Telefon oder Kino - im Jahr 1912 können Mensch, Maschine und Metropole sogar fliegen! Dann läuft allmählich ein bisschen was schief, und Columbia hängt mal über Hamburg, mal über Sao Paolo, und immer öfter sind die Gemäuer gar nicht zu finden. Außerdem entdeckt das Militär die Vorteile eines schwebenden Schlachtschiffs: Schließlich wollen die USA ihren Einflussbereich ausdehnen, auch um sich neue Absatzmärkte für ihre boomende Wirtschaft zu erschließen - erzählt Ken Levine, Entwicklungschef von Bioshock Infinite, durchaus mit Bezug auf die reale Historie im Gespräch mit Golem.de.

Spieler steuern eine Figur namens Booker DeWitt, einen besonders hartgesottenen ehemaligen Privatdetektiv. Er soll eine gewisse Elizabeth retten, die vor Jahren entführt worden ist, über besondere Kräfte verfügt und sich in Columbia befindet. Und so landet auch DeWitt in der Stadt. Auf der Gamescom hat das Entwicklerteam Irrational Games einen Spielelevel gezeigt, der anfangs fast idyllisch gewirkt hat: Am Rand einer mit Kopfsteinen gepflasterten Straße rinnt ein Bach, ein Pferd schleppt eine kaputte Kutsche, die Morgensonne durchflutet die Szenerie. Und dann bricht allmählich die Hölle los.

Erst stürzt eine Kirchenglocke auf den Spieler zu. Dann sieht er eine altertümliche Frau seelenruhig vor einem lichterloh brennenden Laden kehren. Ein alter Mann hält in einem Pavillon eine Rede. Und weil da ein Gewehr steht, greift der Spieler einfach so danach - in dem Moment rastet der Alte aus, zaubert einen Schwarm Raben herbei, der wiederum attackiert den Spieler.

Schlacht mit Vater eines Big Daddy?

Ähnlich surreal geht es weiter - aber in all dem Chaos liefern sich der friedliche Redner von Eben und der Spieler eine erbitterte Schlacht. Größere Distanzen und vor allem Abgründe bewältigte der Spieler, indem er sich mit einem kleinen Enterhaken an Gleise hängt, die durch ganz Columbia führen. Sein Gegner macht es ebenso; auf einem der Screenshots ist ein solcher Haken zu sehen.

Irrational hat auch einige der besonderen Fähigkeiten gezeigt, mit denen der Spieler kämpft. So kann er eine riesige Rakete im Flug mit ausgestreckter Hand stoppen, umdrehen und auf die Kanone feuern - die natürlich in einem gewaltigen Feuerball detoniert. Außerdem gibt es nach Darth-Vader-Art Angriffe mit Stromschlägen und dazu die bereits genannten Rabenschwarmangriffe.

Neben zahlreichen normalmenschlichen Gegnern, die mitunter einfach nur per Gewehr angreifen, war in der Präsentation auch eine längere Schlacht mit einem riesigen Opponenten zu sehen, der halb Mensch und halb Maschine war und verdächtig an einen der Big Daddys aus den beiden ersten Bioshock erinnerte. Er schien über riesige Kräfte zu verfügen und schleuderte auch mal ein zufällig vorbeigaloppierendes Pferd auf den Spieler. Vor allem aber war das Monstrum nicht auf gewöhnliche Art zu besiegen, sondern indem der Spieler einen Stahlträger über und eine Brücke unter ihm allmählich zum Einsturz brachte - was extrem aufwendig und effektvoll in Szene gesetzt war.

Bioshock Infinity befindet sich seit gut zweieinhalb Jahren in der Entwicklung und basiert nach Angaben von Publisher 2K Games auf einer neuen Engine. Es soll 2012 für Xbox 360, Playstation 3 und Windows-PC erscheinen.  (ps)


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