Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77276.html    Veröffentlicht: 18.08.2010 09:21    Kurz-URL: https://glm.io/77276

Keine Reparaturen

Grafikkartenhersteller BFG gibt auf

Was schon seit Monaten als Gerücht durch die Hardwarebranche geht, bewahrheitet sich nun offenbar. Der US-amerikanische Hersteller BFG verschickt, laut Einträgen in Foren, als Antwort auf Reparaturanfragen nur Entschuldigungsschreiben. Der Grund: Die Firma wird gerade abgewickelt.

Bereits Anfang Juli 2010 hatte HardOCP unter Berufung auf Quellen im Unternehmen berichtet, BFG würde seine Pforten schließen. Zuvor hatte die Firma schon offiziell ihren Rückzug aus dem Grafikgeschäft angekündigt, wollte aber mit Netzteilen und Zubehör weitermachen. Das ist jetzt offenbar gescheitert.

Im Forum von HardOCP findet sich der Scan eines Schreibens, das ein Kunde von BFG zusammen mit seiner defekten und nicht reparierten Grafikkarte erhalten haben soll. Darin heißt es, das Unternehmen werde gerade abgewickelt. Die Karte könne nicht instand gesetzt werden und gehe daher an den Eigentümer zurück. BFG entschuldigt sich, meint aber auch: "Unglücklicherweise hat unser größter Lieferant unser Geschäft nicht unterstützt.".

BFG deutet Mitschuld von Nvidia an

HardOCP führt das auf Zuteilungen der anfangs sehr knappen Fermi-GPUs durch Nvidia zurück. Auch von anderen Herstellern war in der langen Phase der Markteinführung zu hören, der Chiphersteller würde auch weit größeren Herstellern von Grafikkarten nur verschwindend geringe Stückzahlen zukommen lassen.

Produkte von BFG wurden auch in Deutschland vertrieben, die Webseite des Unternehmens nennt immer noch einige Distributoren und Händler. Diese haben jedoch, anders als in den USA, kaum noch Geräte vorrätig. Die Pleite des Unternehmens ist auch nur dann ein Problem, wenn auch der Händler, bei dem ein BFG-Produkt erworben wurde, die Gewährleistung verweigert oder nicht mehr existiert. Bei von deutschen Anbietern erworbenen Produkten ist immer der Händler der erste Ansprechpartner. Bei Defekten nach der gesetzlichen Frist von sechs Monaten stehen deutsche Kunden aber möglicherweise schlecht da.

BFG wurde Mitte 2002 gegründet und machte sich schnell einen Namen mit High-End-Komponenten, die zudem - anders als bei Grafikkarten üblich - oft in sehr kompakten Verpackungen vertrieben wurden. Zu den Eigenentwicklungen von BFG zählten auch wassergekühlte Grafikkarten. Bei Nvidias letzter GPU-Generation stellte das Unternehmen diese auch als gebrauchsfertige Versionen mit Radiator zum sofortigen Einbau vor.

Eine Stellungnahme von BFG gibt es noch nicht. CEO Scott Herkelman hatte noch im Mai beteuert, das Unternehmen würde weitergeführt und hätte auch Ersatzteile und Geld für Reparaturen zurückgelegt. Diese Ressourcen scheinen aber nur für knapp drei Monate ausgereicht zu haben.  (nie)


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