Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77197.html    Veröffentlicht: 14.08.2010 16:00    Kurz-URL: https://glm.io/77197

Golem.de guckt

Spitzhacke, Würmer, Rotwein

3Sat versucht, in der TV-Woche vom 16. bis 22. August seine Zuschauer mit einem Buddhismus-Special zum Glück und zur Erleuchtung zu führen. Dabei ist diese Woche gar keine Yoga-Meditation oder ein ausgeglichenes Yin und Yang notwendig, um das Programm zu überstehen. Zeit dafür bliebe angesichts der Gamescom wohl sowieso nicht.

Das Thema Wer sind wir und woher wissen wir das? memorieren, dazu noch eine Flasche billigen Rotwein und ab zu einer beliebigen Hinterhof-WG-Party in Berlin-Friedrichshain, und selbst ein Nerd verbringt dann die Nacht nicht mehr allein. Vorausgesetzt, er schafft es natürlich, die Klappe auch wirklich aufzumachen. Ist auch dieses Hindernis überwunden, dann steht zumeist nur noch irgendein Philosophiestudent im Weg, der diese Masche seit 20 Semestern durchzieht. Die Vorbereitung für das Rededuell liefert eine Gesprächsrunde mit besagtem Thema auf 3Sat, importiert vom Schweizer Fernsehen. In ihr wird der Frage nachgegangen, wie Menschen es schaffen können, bei der derzeitigen News-Überflutung durch elektronische Medien den Überblick und die Orientierung zu behalten, mal wieder werden hier Facebook, E-Mail und Twitter erwähnt. Das klingt zwar nicht so hochtrabend philosophisch, besagte Studenten meiden das Internet aber wie die Pest, junge Studentinnen hingegen nicht, das verschafft Deutungshoheit auch in jenem Gebiet.
(3Sat, 22.08.2010, 09:15 - 10:15 Uhr)

Dokumentationen

Geradezu liebevoll nimmt sich Würmer - Superstars der Genetik Tieren an, welche für die meisten Menschen, beziehungsweise Männer, zumeist im Alter von vier bis zehn, nur interessant sind als Opfer sadistischer Initiationsriten. In der Dokumentation werden sie, also die Würmer, zu kleinen Erdingenieuren, die dem Menschen für die genetische Forschung unersetzlich sind und mit ihren Superkräften als einzige Lebewesen an Bord die Challenger-Katastrophe überlebten.
(Arte, 17.08.2010, 16:55 - 17:40 Uhr)

Zu Reise ins Innerste des Lebens wird es schwierig, etwas zu schreiben. Keine Worte können beschreiben, wie fantastisch und detailliert die Bilder sind, welche Lennart Nilsson von Organen, Zellen und Viren mittels aufwendiger Verfahren erzeugt.
(ARD, 18.08.2010, 23:30 - 00:15 Uhr)

Magazine

X:enius am Montag: Popstars. Ja, es geht um Castingshows, aber nicht um jene gleichen Namens auf Pro7. Stattdessen besuchen die Moderatoren die aktuelle britische Jazz-Sensation Jamie Cullum und einen Talentscout einer Plattenfirma um herauszufinden, wie Popstars "gemacht" werden.
(Arte, 16.09.2010, 08:45 - 09:15 Uhr)

Neues erwacht langsam wieder aus der Sommerpause, der Gamescom sei es gedankt. In einem Special besuchen sie die Messe und werfen natürlich einen Blick auf neue Spiele. Aber noch genauer nehmen sie die neuen Fuchtel-Controller und kamerabasierte Bewegungserkennungssysteme für Konsolen unter die Lupe. Gibt es für kamerabasierte Bewegungserkennungssysteme eigentlich irgendeine kurze, saloppe, markenrechtsfreie, nicht menschenwürdeverletzende Formulierung? Hampeldetektor?
(3Sat, 22.08.2010, 16:25 - 16:55 Uhr)

Filme

Jean-Claude Van Damme hat so manchen Sci-Fi-Prügelfilm gedreht. Timecop am Freitag auf RTL 2 sticht dabei hervor, weil er gut inszeniert ist, auch wenn durch die Zeitreise-Thematik mal wieder sämtliche Logik zu den Akten gelegt wird. Als Erstes muss schon der Fakt ignoriert werden, dass die Zukunft bereits 2004 stattfindet, bei einem Film von 1994 war das sehr optimistisch gedacht. Trotzdem bietet der Film ordentliche Unterhaltung.
Mit ähnlichen Logikproblemen kämpft Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit am Sonntag auf Pro7. Im dem Thriller will Denzel Washington ebenfalls das Raum-Zeit-Kontinuum beeinflussen, um einen Mörder zu finden und zur Strecke zu bringen. Weniger Hau-drauf-Action, dafür gibt es wenigstens im Ansatz Gedanken über das moralisch-physikalische Dilemma.
(RTL 2, 20.08.2010, 22:05 - 00:00 Uhr und Pro7, 22.08.2010, 20:15 - 22:40 Uhr)

Erster auf dem Mars oder China gegen den Rest der Welt. Die "westlichen" Nationen wollen den Mars erreichen, China hat den gleichen Plan, es beginnt ein technisches und psychologisches Wettrennen, menschliche Dramen inklusive. Der zweiteilige TV-Film entstand in Kanada und ist weniger Sci-Fi, auch wenn er im Jahr 2030 spielt. Stattdessen versucht er auf Basis realer Planungen und aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse eine mögliche Marsmission zu illustrieren. Da sei auch das aufgesetzt reißerische Drama verziehen, sonst wäre der Film zu sehr eine Art fiktiver Reportage geworden. Arte bringt beide Teile am Stück.
(Arte, 21.08.2010, 15:05 - 17:45 Uhr)

Der Splatter zum Wochenabschluss oder eben zur Einstimmung: The Cottage. Schwarzer britischer Humor gepaart mit Spitzhacke. Aber Vorsicht, wer bislang nur amerikanische Horrorkomödien gewohnt ist, dürfte schockiert sein. Der Film will nämlich wirklich erschrecken und nicht nur so tun.
(Pro7, 22.08.2010, 00:00 - 01:40 Uhr)



Alle Termine sind als ics-Datei verfügbar: https://www.golem.de/guckt/GoGu_20100816.ics
Dauerlink: https://www.golem.de/guckt/GoGu.ics
(Hinweis: Die Aktualisierung des Dauerlinks erfolgt erst am 15.08.2010 gegen Mitternacht.)
 (am)


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