Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77125.html    Veröffentlicht: 11.08.2010 11:04    Kurz-URL: https://glm.io/77125

E-Book-Reader

Plastic Logic beerdigt den Que Pro Reader

Überraschend kommt die Ankündigung nicht: Plastic Logic wird den Que Pro Reader nicht in den Handel bringen. Das Unternehmen habe seine Produktstrategie geändert und wolle sich lieber auf die Entwicklung eines Nachfolgemodells für den E-Book-Reader mit dem DIN A4 großen Bildschirm konzentrieren.

Plastic Logic wird den Que Pro Reader nicht auf den Markt bringen. Das britisch-amerikanische Unternehmen hat nach eigenen Angaben seine Produktstrategie geändert. Die Bedingungen auf dem Markt hätten sich seit der Vorstellung des E-Book-Readers so geändert, dass es nicht sinnvoll sei, dieses Gerät noch einzuführen, erklärte Plastic-Logic-Chef Richard Archuleta. Das Unternehmen will sich stattdessen lieber darauf konzentrieren, einen Nachfolger zu entwickeln.

Mehrfach verzögert

Ursprünglich sollte der im Januar auf der CES vorgestellte Que Pro Reader im April ausgeliefert werden. Im März verschob Plastic Logic jedoch den Termin in den Sommer. Ende Juni teilte das Unternehmen seinen Kunden dann mit, das von ihnen vorbestellte Gerät sei nicht verfügbar. Der Liefertermin verschwand ganz von der Webseite. Insofern ist die Ankündigung, dass der Que Pro Reader gar nicht kommt, keine Überraschung.

Der E-Book-Reader, der im Dresdner Werk von Plastic Logic hätte gefertigt werden sollen, hätte gegen seine Konkurrenten einen schweren Stand gehabt: Das für Geschäftskunden gedachte Gerät wäre zwar größer geworden als Amazons Kindle DX und Apples iPad - aber auch deutlich teurer: Der Que Pro Reader sollte mit 4 GByte Speicher 650, das Modell mit 8 GByte Speicher 800 US-Dollar kosten. Das iPad gibt es ab 500 US-Dollar. Amazon bietet den überarbeiteten Kindle DX inzwischen für 380 US-Dollar an.

Russisches Unternehmen zeigt Interesse

Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times hatte vor einigen Tagen berichtet, dass Plastic Logic mit dem staatlichen russischen Nanotechnologieunternehmen Rusnano verhandele. Die Russen wollten, so die Zeitung, eine große Summe in das Unternehmen stecken und einen "bedeutenden Anteil" an Plastic Logic übernehmen. Sie stellten jedoch die Bedingung, dass eine neue Fabrik des Unternehmens in Russland errichtet werde.

Die chinesische Regierung wollte vor einiger Zeit ebenfalls bei Plastic Logic einsteigen. Beide Seiten konnten aber keine Einigung erzielen.  (wp)


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