Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/77042.html    Veröffentlicht: 06.08.2010 13:50    Kurz-URL: https://glm.io/77042

Google Street View

Software eliminiert Menschen

US-Informatiker haben eine Software entwickelt, die die Privatsphäre von Menschen, die bei Googles Fotofahrzeugen erwischt werden, schützen soll: Die Software entfernt die Menschen und ergänzt das Bild an dieser Stelle. Bis auf kleine Fehler funktioniert das System recht gut.

Gegner von Googles Angebot Street View kritisieren gern den mangelnden Schutz an Privatsphäre derer, die auf den Straßenansichten zu sehen sind. Google verwischt deshalb die Gesichter auf den Fotos. New Yorker Wissenschaftler haben vor zwei Jahren eine Software entwickelt, die Gesichter durch andere ersetzt. Informatiker der Universität des US-Bundesstaates Kalifornien in San Diego (UCSD) haben eine Software entwickelt, die Menschen in solchen Bildern ganz entfernt.

Nur Einzelpersonen

Die von den UCSD-Informatikern Arturo Flores und Serge Belongie entwickelte Software erkennt die Silhouette eines Menschen auf einem Bild und löscht die Person. Damit an der Stelle kein Loch in dem Bild entsteht, ergänzt die Software diese Stelle anhand der Umgebungsdaten. Das geht allerdings derzeit nur mit Einzelpersonen. Im nächsten Schritt wollen die Forscher die Software dazu bringen, auch ganze Gruppen zu ersetzen.

Die Ergebnisse sind nach Angaben der Entwickler auch schon ganz gut. Geistereffekte - also dass die Silhouetten noch erkennbar sind - seien zumindest nicht so stark, dass sie störten. Dafür gibt es andere Fehler: So kann es sein, dass die Software einen Menschen entfernt, nicht aber seinen Hund, den er spazieren führt. Auf dem Bild ist dann ein Hund ohne Herr mit einer gespannten Leine zu sehen. Auch Schuhe vergisst sie zuweilen zu entfernen.

Trotz verwischter Gesichter erkennbar

Vorteil ihres Systems gegenüber dem Verwischen der Gesichter, das Google praktiziert, sei, dass dabei immer noch die Statur und die Kleidung eines Menschen erkennbar seien. In Kombination mit den Geoinformationen des Bildes könne so ein Mensch immer noch identifizierbar sein, wenn er in den Nähe seines Wohnortes fotografiert wurde. Das sei bei ihrem System ausgeschlossen, schreiben Flores und Belongie.

Sie haben ihre noch namenlose Software kürzlich auf dem International Workshop on Mobile Vision vorgestellt, der von dem Ingenieursverband Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) veranstaltet wurde.  (wp)


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