Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1008/76910.html    Veröffentlicht: 02.08.2010 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/76910

Onlinebank

Banksimple will eine bessere Bank sein

Transparenz, Einfachheit und ein paar technische Finessen - das ist das Rezept, mit dem Banksimple frustrierte Kunden herkömmlicher Banken locken will. Das Unternehmen hat zwar nicht die Lizenz für Bankgeschäfte, will aber die bessere, kundenfreundlichere Bank sein.

Ist es eine gute Idee, in Zeiten der Finanzkrise, wenn große Banken pleitegehen, eine neue zu gründen? Ja, fanden Josh Reich und Shamir Karkal, und haben Banksimple ins Leben gerufen. Die Onlinebank, die davon profitieren will, dass die Kunden das Vertrauen in die herkömmlichen Banken verloren haben.

Geschäftschance Offenheit

Die Idee zu Banksimple sei aus der Erkenntnis entstanden, dass die Banken in den USA ihre Kunden über deren finanzielle Situation im Unklaren ließen, da sie über Abgaben etwa für ein überzogenes Konto Geld verdienen. "Wir erkannten, dass es hier eine Geschäftschance gibt", sagte Reich der Tageszeitung Los Angeles Times. Die beiden Gründer haben sich auf der Universität kennengelernt. Beide haben im Finanzsektor gearbeitet.

Dabei ist Banksimple keine Bank in eigentlichen Sinne: Sie hat keine Filialen, sie hat nicht einmal die Erlaubnis, Bankgeschäfte zu machen - die Konten führen deshalb andere Banken für Banksimple. Dennoch will das Unternehmen seinen Kunden einen einheitlichen Markenauftritt bieten - mit einem einzigen Konto für Giro, Sparen und Kredit, das online gepflegt wird, sowie einer Karte, mit der es an rund 50.000 Geldautomaten in den USA gebührenfrei Bargeld gibt. Da sei kundenfreundlich, und das Geld sei bei soliden Kreditinstituten gut aufgehoben, erklärte Alex Payne dem Blog Mashable. Payne ist von Twitter zu Banksimple gekommen.

Einfache und übersichtliche Geldschäfte

Ziel ist, die Geldgeschäfte für die Kunden so einfach und übersichtlich wie möglich zu gestalten. So sollen Kunden "nicht mit verwirrenden Produkten in die Falle" gelockt werden, heißt es auf der Website. Auch würden keine versteckten Abgaben erhoben oder den Kunden horrende Kosten für die Kontenüberziehung berechnet. Außerdem will Banksimple soziale Netze wie Facebook und Twitter integrieren. Das soll es Kunden vereinfachen, Geschäfte mit den Kontakten aus diesen Netzen abzuwickeln.

Kunden sollen ihre Geldgeschäfte auch über das Mobiltelefon erledigen können - entsprechende Applikationen für Android und iPhone sind laut dem US-Wirtschaftsmagazin Business Week in Vorbereitung. Darüber sollen die Kunden sogar einen Scheck einlösen können: Sie fotografieren einfach den Scheck mit der Kamera ihres Smartphones und schicken das Bild über die Applikation an Banksimple. Außerdem erhalten sie über jede Transaktion eine Nachricht auf das Gerät. Daraus geht hervor, mit welchem Betrag das Konto belastet wurde sowie der aktuelle Kontostand.

Banksimple will noch in diesem Jahr in den USA starten. Einen genauen Termin nennt das Unternehmen bislang nicht.  (wp)


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