Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76804.html    Veröffentlicht: 28.07.2010 11:38    Kurz-URL: https://glm.io/76804

Abofallen

Inkassoverband zeigt Rechtsanwältin Katja Günther an

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) hat wegen Verdacht auf versuchten Betrug Strafanzeige gegen die Münchener Rechtsanwältin Katja Günther erstattet. Der Verband fürchtet um den guten Ruf von Inkassounternehmen.

Aufgrund zahlreicher Beschwerden über Katja Günther hat der BDIU bei der Staatsanwaltschaft München Anzeige gegen die Rechtsanwältin Katja Günther erstattet. Günther tritt laut BDIU als Geschäftsführerin der RAZ Gesellschaft für Zahlungsmanagement auf, um Forderungen aus sogenannten Abofallen einzutreiben, die nach Ansicht des Inkassoverbands unberechtigt sind.

"Seriöse Inkassodienstleister dürfen solche Forderungen nicht realisieren", sagt BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. Der Verband drängt darauf, Firmen, die gezielt Forderungen aus Abofallen realisieren, von der Tätigkeit als Inkassodienstleister auszuschließen. "Wir haben bereits die zuständige Registrierungsbehörde informiert und gebeten, im vorliegenden Fall die Einleitung entsprechender Schritte zu prüfen", so Spitz.

Allerdings ist die Firma von Günther nicht Mitglied des BDIU. Dennoch sieht der Verband durch ihr Vorgehen "den guten Ruf seriöser Inkassotätigkeit" gefährdet.

Nachtrag vom 26. November 2010, 14:30 Uhr

Das Landgericht Berlin hat dem Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) mittlerweile untersagt, per Pressemitteilungen zu verbreiten, er habe gegen die Münchner Rechtsanwältin Katja Günther Strafanzeige erstattet, teilt Günthers Anwalt Daniel Kötz mit. Zudem sei dem BDIU untersagt worden, den Eindruck zu erwecken, Frau Günther und ein von ihr betriebenes Inkasso-Unternehmen (RAZ GmbH) rechneten Internetangebote ab, deren Preisangaben in AGB versteckt oder nur mit großer Mühe auf der entsprechenden Internetseite zu entdecken seien.

Die Staatsanwaltschaft München hatte laut Kötz das Ermittlungsverfahren gegen Katja Günther bereits am 22. Juli 2010 mangels Tatverdacht wieder eingestellt. Dies sei dem BDIU ab dem 2. August 2010 bekannt gewesen, er habe aber seine Presseerklärung nicht entsprechend geändert.  (ji)


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