Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76718.html    Veröffentlicht: 24.07.2010 12:36    Kurz-URL: https://glm.io/76718

Tab Candy

Firefox lässt Tabs gut aussehen

Wer ausgiebig mit Browsertabs arbeitet, kennt das: Manchmal ist es einfacher, ein neues Tab zu öffnen, als die gewünschte Seite in einem bereits geöffneten Tab zu finden. Mit Tab Candy will Mozilla Abhilfe schaffen.

Wenn immer mehr Applikationen im Browser laufen und parallel in verschiedenen Tabs geöffnet sind, zusammen mit diversen Webseiten, dann leidet schnell die Übersicht. Hier setzt das neue Mozilla-Projekt Tab Candy an, das derzeit in Form einer frühen Alphaversion ausprobiert werden kann.

Tab Candy stellt mit einem Klick oder Tastdendruck eine Übersicht aller offenen Tabs dar. Die Tabs werden in Form kleiner Vorschaubilder, ergänzt um das jeweilige Favicon, nebeneinander angeordnet. Mit einem Klick kann dann zum gewünschten Tab gewechselt werden.

Darüber hinaus erlaubt es Tab Candy, die offenen Tabs zu gruppieren. Ein Tab kann per Drag-and-Drop aus einer Gruppe entfernt und einer neuen Gruppe hinzugefügt oder als erstes Element einer neuen Gruppe abgelegt werden. So lassen sich die Tabs leicht nach Themen ordnen. Wird ein Tab geöffnet, zeigt die Tab-Leiste nur noch die zur jeweiligen Gruppe gehörenden Tabs an, was die Übersicht ebenfalls erhöht.

Aufgerufen wird die Tab-Candy-Übersicht aller offenen Tabs mit der Tastenkombination Steuerung+Leertaste unter Windows und Option+Leertaste unter Mac OS X. Die dort gezeigten Tabs können per Mausklick oder der Tastatur (Pfeiltasten und Enter) geöffnet werden. Zudem lassen sich die Tabs leicht verschieben und so gruppieren. Die gezeigte Vorschau ist kein rein statisches Bild, sondern aktualisiert sich zumindest für kurze Zeit.

Die Größe der Vorschaubilder wird automatisch an den verfügbaren Platz angepasst. Räumt der Nutzer einer Gruppe mehr Platz ein, so erhält er auch eine recht große und detaillierte Vorschau auf die Tabs. Gibt er einer Gruppe nur minimalen Platz, werden die Tabs als Stapel dargestellt, nur das oberste Tab ist erkennbar. Mit einem Klick auf die Gruppe öffnet sich dieser und zeigt seinen Inhalt. In Zukunft soll Tab Candy auch automatisch Gruppen anlegen können.

Realisierte wurde Tab Candy komplett in HTML, Javascript und CSS. Auf nativen Code wird komplett verzichtet. Noch steht das Projekt zwar am Anfang der Entwicklung, die Mozilla-Entwickler um Aza Raskin stellen aber bereits jetzt eine Alphaversion zum Ausprobieren bereit und hoffen auf Feedback der Nutzer. Sie weisen aber darauf hin, das noch größere Bugs existieren und auch die Geschwindigkeit noch nicht optimal ist.

Die Alphaversion von Tab Candy kommt als eigenständiger Firefox-Build daher und ist keine Erweiterung. Die Tab Candy Alpha kann unter ftp.mozilla.org heruntergeladen werden.

Derzeit sei Tab Candy relativ stabil, so die Entwickler, verliere aber manchmal die Gruppenzuordnungen. Zudem könne Tab Candy Firefox noch ausbremsen.  (ji)


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