Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76711.html    Veröffentlicht: 23.07.2010 16:23    Kurz-URL: https://glm.io/76711

Playstation Move

Ein Gespräch mit dem Vater der Bewegung

Mitte September 2010 soll Move auf den Markt kommen. Dann können nicht nur Besitzer einer Wii, sondern auch PS3-Eigner ihre Spiele mit Bewegungen steuern. Golem.de hat das System vorab ausprobiert und mit einem der Ingenieure über die Technik gesprochen.

Sony sollte die Bevölkerung warnen: Wer im kommenden Winter blaue, rote oder gelbe Kugeln bei den Nachbarn im Wohnzimmer schweben sieht, wird selten außerirdischen Besuch beobachten. In den meisten Fällen dürfte es sich um die Bewegungssteuerung Move handeln, die ab dem 15. September 2010 für die Playstation 3 erhältlich sein wird. Golem.de hat das System mit den markanten farbigen Kugeln schon ausprobiert - und sich mit Richard Marks, Entwicklungsingenieur bei Sony Computer Entertainment in San Francisco unterhalten. Marks stand übrigens auch auf der Bühne, als das damals noch namenlose System im Sommer 2009 auf der Spielemesse E3 erstmals vorgestellt worden war.

Obwohl sich Move in technischer Hinsicht deutlich von der Bewegungssteuerung für Nintendo Wii unterscheidet, wirkt das System in der Praxis auf den ersten Blick verblüffend ähnlich. Die Controller liegen - ebenfalls mit einer Schlaufe gesichert - fast genauso in der Hand, und auch die Bedienung wirkt sofort vertraut. Standardeingaben - etwa in Menüs - funktionieren, indem der Spieler mit dem Controller in Richtung Bildschirm zielt und einen der sehr gut angebrachten Schalter drückt. Vor dem Spielen muss die Steuerung - zumindest in einigen Titeln - kalibriert werden, indem der Nutzer sie kurz in vom Programm vorgegebene Positionen hält. Im Spiel funktionierte Move dann völlig intuitiv, indem die Spieler einfach die naheliegenden Bewegungen ausführen.

Ein paar Unterschiede gibt es aber doch: Der Spieler sieht sich vergleichsweise oft selbst. Kein Wunder, schließlich arbeitet Move nur im Verbund mit der Playstation-Kamera, und das nutzen offenbar viele Spiele. Anders als bei der Wii erfasst das Programm die Position des Controllers innerhalb des Raums vor dem Bildschirm, der auch von der PS3-Kamera erfasst ist.

Leichte Eingabeverzögerungen spürbar

Nicht ganz unproblematisch fanden wir gelegentlich spürbare Latenzen - sprich: die Move-Steuerung auf dem Monitor hinkt den real durchgeführten Bewegungen leicht, aber eben spürbar hinterher. Welche Auswirkungen das später im Alltag, etwa mit Actionspielen, haben wird, ist derzeit kaum abzusehen.

Der empfohlene Verkaufspreis für einen Move-Controller liegt bei rund 40 Euro. Zusätzlich ist ein einhändig zu bedienender Navigationscontroller erhältlich, der gemeinsam mit dem Motion Controller eingesetzt werden kann. Er erlaubt die Steuerung von Charakteren und Objekten im Spiel. Der Preis für den Navigationscontroller beträgt rund 30 Euro. Zur Einführung des neuen Bewegungscontrollers wird es ein Playstation-Move-Starterpaket für knapp 60 Euro geben. Es besteht aus einem Controller, einer Playstation-Eye-Kamera sowie einer Startdisc mit Demos zu Move-Spielen. Die Kamera ist auch separat für rund 30 Euro erhältlich.

Eine separat erhältliche Ladestation für bis zu zwei Move- oder Navigation-Controller soll für rund 30 Euro verfügbar sein. Im Herbst 2010 wird es außerdem den Pistolengriff "Shooting Attachment" geben, mit dem sich der Move Controller bequem horizontal halten lassen soll. Der Abzug am Griff ist unmittelbar mit dem T-Button des Motion Controllers verbunden. Preis: rund 15 Euro.  (ps)


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