Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0005/7670.html    Veröffentlicht: 12.05.2000 09:42    Kurz-URL: https://glm.io/7670

Zahlungssystem für Handys geht an den Start

Paybox geht online - Bezahlen im Internet und der realen Welt

Die Paybox.net AG startete am 11. Mai ihr Zahlungssystem, das per Mobiltelefon funktioniert. Im Laufe des zweiten Quartals 2000 soll der Produktstart in weiteren europäischen Ländern vorbereitet werden.

Die rund 25 Millionen Mobiltelefone sollen durch das Paybox- System zu universell einsetzbaren Terminals werden. Die Paybox soll im Internet, beim Zahlungsverkehr zwischen Privatpersonen und natürlich auch bei B2C-Geschäften in der realen Welt zum Einsatz kommen.

Voraussetzungen zur Paybox-Nutzung sind lediglich ein Mobiltelefon und ein Girokonto. Die Bedienung ist denkbar einfach: Beim Online-Einkauf füllt der Kunde den Warenkorb, wählt "Paybox - Zahlen per Handy" und gibt seine Mobilfunknummer ein. Wenige Sekunden später klingelt das Handy und eine Stimme nennt Betrag und Zahlungsempfänger. Durch Eingabe der vierstelligen Paybox-PIN am Handy, die der Paybox-Kunde nach seiner Anmeldung beim System erhält, autorisiert der Kunde die Zahlung. Der Vorgang dauert rund 30 Sekunden und kann auf einer Testseite der Paybox AG kostenlos ausprobiert werden.

Der Rechnungsausgleich erfolgt per Lastschriftverfahren. Die Zahlung selbst wird über die Deutsche Bank abgewickelt. Der Ablauf der Zahlungsbestätigung im Mobilfunknetz wird damit von der eigentlichen Abwicklung der Zahlung, die im Bankennetz erfolgt, getrennt, wobei weder Händler noch Payboxer Kunden der Deutschen Bank sein müssen.

Die einmalige Einrichtung der Paybox im Internet dauert nur wenige Minuten und wird über ein verschlüsseltes Formular abgewickelt, das den Anträgen für Kreditkarten stark ähnelt. Die Anmeldung ist ab sofort unter www.paybox.net möglich.



Der Dienst ist, abgesehen von einer jährlichen Grundgebühr von fünf Euro, für die Privatkunden kostenlos. Lediglich bei C2C-Transaktionen zwischen zwei Payboxern wird eine Provision von 25 Cent je angefangene 25 Euro erhoben. Das System ist auch zum mobilen Bezahlen beispielsweise bei Taxifahrten einsetzbar, wenn der Taxibetreiber Mitglied bei Paybox ist.

Bis Jahresende sollen allein in Deutschland mindestens 100.000 Endkunden bei 1.200 Akzeptanzstellen im Internet und der "realen Welt" per Paybox bezahlen.

Unterstützt wird die Paybox.net AG von der Deutsche Bank AG, die seit Februar 2000 zu 50 Prozent an dem deutschen Start-up-Unternehmen beteiligt ist.

Mehr als 140 E-Shops haben bereits vor der Markteinführung Verträge mit der Wiesbadener Paybox.net AG abgeschlossen und wollen die Paybox in den kommenden Wochen in ihr System integrieren. Mehr als 20 Shops sind vom Start weg dabei. Darunter Primus-Online, der Technik-Händler Brinkmann, der Buchhändler buch.de und der Spielwaren-Versand mytoys.

"Wir bringen in Deutschland das weltweit erste massenfähige System auf den Markt. Die Paybox ist einfach, sicher, spielend leicht zu nutzen und wird sich daher schnell am Markt durchsetzen", sagte Paybox-Erfinder und Vorstandsvorsitzender Mathias Entenmann hoffnungsvoll.  (ad)


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