Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76532.html    Veröffentlicht: 17.07.2010 12:55    Kurz-URL: https://glm.io/76532

Verbraucherschutz

Aigner kritisiert Facebook als weltweites Einwohnermeldeamt

Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) kritisiert erneut das soziale Netzwerk Facebook. Die Ministerin stört, dass sich Facebook durch das Brechen von Gesetzen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

"Facebook ist zu einem Einwohnermeldeamt für die ganze Welt geworden", sagte Ilse Aigner in einem Interview dem Nachrichtenmagazin Focus. Sie stört sich vor allem an den Synchronisationsfunktionen von Facebook. So können Nutzer mit dem iPhone das Telefonbuch mit dem Netzwerk synchronisieren. Das geschieht ohne Wissen der Nutzer, die im Telefonbuch eingetragen wurden.

Bei dem Ministerium hatte sich ein Psychotherapeut gemeldet. Ihm ist aufgefallen, dass seine Patienten andere Patienten als Freundschaftsvorschläge von Facebook bekamen.

Für Aigner ist die Verwendung von Daten von unbeteiligten Dritten ein Problem: "Ich habe ein Problem damit, wenn ein Teil der Gewinne von Facebook auf der Verletzung bestehender Gesetze beruht". Die Verbraucherschutzministerin geht davon aus, dass die Stimmung gegenüber Facebook bald gegen den Konzern kippen wird, sofern die Datenschutzprobleme nicht unter Kontrolle gebracht werden.  (ase)


Verwandte Artikel:
Datenschutz: SPD wirft Aigner Kapitulation vor Facebook vor   
(04.06.2010, https://glm.io/75567 )
Aigner: "Googles WLAN-Datenaufzeichnung ist Bankrotterklärung" (Up.)   
(19.05.2010, https://glm.io/75225 )
Rechtsstreit: Blackberry verklagt Facebook wegen Messaging-Patenten   
(07.03.2018, https://glm.io/133189 )
HSTS: Facebook verschlüsselt alle ausgehenden Links, wenn möglich   
(06.03.2018, https://glm.io/133157 )
Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Viel weniger Beschwerden als erwartet   
(03.03.2018, https://glm.io/133125 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/