Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76480.html    Veröffentlicht: 15.07.2010 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/76480

Spieletest Lego Harry Potter

Hogwarts in Einzelteilen

Harry Potter zaubert einen Pfropfen in das Sommerloch: Das Entwicklerstudio Traveller's Tales liefert mit "Lego Harry Potter - Die Jahre 1-4" das bisher beste Spiel mit den beliebten Bausteinen ab.

Da staunen Darth Vader, Indiana Jones und Batman: Ein britischer Nachwuchsmagier hat viel mehr drauf als sie! Naja, zumindest im Legoland. Entwickler Traveller's Tales hat den dunklen Magier, dessen Name nicht genannt werden darf, auf Konsolen und Handhelds zum Leben erweckt. Die Aufgabe des Spielers ist also klar: "Du weißt schon wen" vier Mal in die Schranken weisen.

Wie die früheren Lego-Spiele ist auch Potters Abenteuer ein Mix aus Jump'n'Run und Action-Adventure. Die Kameraperspektiven sind in der Regel vorgegeben, damit es übersichtlich bleibt. Das Spiel folgt lose der Handlung der ersten vier Bücher, respektive Filme, nimmt es aber nicht allzu genau bei der Originaltreue. Die Entwickler setzen lieber auf neuen Bausteinewitz, statt die bekannten Szenen erneut aufzuführen.

Spieler erkunden alle Schauplätze rund um die Magierschule Hogwarts und sind die meiste Zeit damit beschäftigt, alles in Einzelteile zu zerlegen oder kurzweilige Rätsel zu lösen - stilecht mit dem Zauberstab. Die Rätsel sind schnell gelöst und einfallsreich mit der Handlung verbunden. Einzig das Treppenklötzchenzusammenstecken gestaltet sich mitunter fummelig und dauert länger, als es müsste.

Die meisten Objekte lassen sich verzaubern: Geschirr tanzt auf den Tischen, Blumen wachsen über sich hinaus und umgestürzte Bücherregale sind im Nullkommanichts wieder aufgeräumt. Für jede Interaktion hagelt es kleine Lego-Münzen, mit denen neue Kostüme, Level und Cheats gekauft werden. Hogwarts ist ein El Dorado für sammelwütige Spieler.

Mehr Spaß zu zweit

Um den ganzen Hokuspokus aufführen zu können, werden die richtigen Zaubersprüche benötigt. Die lernen Spieler nach und nach in der Kampagne, entweder alleine oder zu zweit im Splitscreenmodus. Im Tandem mit einem Mitspieler ist es leichter, auch den letzten Winkel der Winkelgasse zu erkunden.

Die Zaubersprüche sind abwechslungsreich, jeder Charakter hat ein paar individuelle: Ron lässt zum Beispiel seine Ratte Scabbers in Rohre kriechen, und Harry wirft sich als einziger den Unsichtbarkeitsumhang über die Schultern. Natürlich verfügt jeder Zauberer auch über das Standardrepertoire: von Wingardium Leviosa bis hin zum Patronus.

Grafisch ist das Abenteuer sauber: Obwohl Spieler ständig die halbe Spielwelt zerstören, wieder zusammensetzen und drumherum viele NPCs wuseln, wird der Titel nie rucklig oder unübersichtlich. Durch eine neue Physikengine poltern die Legosteine realistischer denn je durch die Level - das Spiel dürfte auch in einigen Jahren noch richtig aussehen.

Lego Harry Potter ist für Windows-PC, Playstation 3, Xbox 360, Nintendo Wii, DS und Playstation Portable erhältlich und kostet etwa 25 bis 45 Euro, je nach Version. Zusätzlich ist eine Collector's Edition für 60 Euro erhältlich. Sie bietet zwei Hauswappen-Magneten und eine Bonus DVD mit Zusatzmaterial. Der Titel hat eine USK-Freigabe ab 6 Jahren.

Fazit

Avada Kedavra für Lego-Luke, Lego-Indy und Lego-Batman - Lego-Harry sticht sie alle aus. Die Jahre 1-4 ist ein stimmiges, einsteigerfreundliches Abenteuer für die ganze Familie, das Vorfreude auf den Nachfolger macht. Grafisch wie spielerisch ist der Titel dank liebevoller Umsetzung der Zaubersprüche und der Welt von Hogwarts die bislang beste Lego-Adaption.  (mw)


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