Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76449.html    Veröffentlicht: 14.07.2010 13:43    Kurz-URL: https://glm.io/76449

Sony NEX

Kleiner Camcorder mit auswechselbaren Objektiven

Für Hobbyfilmer bietet Sony mit dem NEX-VG10 einen Camcorder an, der die Vorteile einer DSLR mit denen einer Videokamera vereint. Dank Wechselobjektiven kann der Anwender die Brennweite und Lichtstärke aufschrauben, die er braucht.

Sonys Handycam NEX-VG10 ist ein Camcorder für den Heimnutzer, der die Möglichkeit von auswechselbaren Objektiven bietet. Die Handycam ist verwandt mit dem spiegellosen Wechselobjektivkameras NEX-3 und NEX-5. Die Videokamera bietet also einen großen und laut Sony auch lichtstarken APS-C-Sensor, der für JPG-Fotos eine Auflösung mit 14,2 Megapixeln bietet. RAW-Daten kann sie nicht abspeichern. Im Videobetrieb beträgt die maximale Auflösung 1.920 x 1.080 Pixel (1080i50).

Im Unterschied zu Fotoapparaten, die filmtauglich sind, ist Sonys NEX-VG10 direkt für das Filmen von Videos konstruiert worden und bietet eine typische Camcorder-Form. Das 3-Zoll-Display (640 x 480 Pixel) wird also seitlich ausgeklappt. Alternativ gibt es einen elektronischen Sucher mit 800 x 480 Pixeln Auflösung. Ein Tragegriff erleichtert das Filmen in bodennahen Perspektiven. Auch ein Mikrofon ist am Tragegriff befestigt und es gibt typische Tastenbelegungen für Videofilmer. Zubehör wie ein externes Mikrofon, Blitz oder Beleuchtung kann ebenfalls benutzt werden.

Gespeichert werden die AVCHD-Videos mit Dolby Digital AC3 auf Memory Sticks (Pro Duo, Pro-HG Duo HX) oder SD-Karten. Sony unterstützt auch den SDHC-Standard sowie den neuen SDXC-Standard für SD-Karten jenseits der 32 GByte. Diese sind allerdings noch teuer und Kartenleser selten.

Mitgeliefert wird ein 18-200-mm-Objektiv (Cropfaktor Video: 1,8, Foto: 1,5) mit integrierter Bildstabilisierung. Die Anfangslichtstärke liegt bei F3,5. Am Ende des Telebereichs sind es nur F6,3. Das Objektiv kann durch andere ausgetauscht werden. Da das NEX-System, wie andere spiegellose Kamerasysteme, noch recht neu ist, ist die Auswahl an Objektiven noch sehr eingeschränkt. Zu den interessanten Objektiven gehört eine 16-mm-Pancake-Linse mit einer Anfangsblendenöffnung von F2,8. Sie bietet einen besonders kleinen Schärfebereich und ist bisher die einzige lichtstarke Linse. Per Adapter dürften auch die meisten Objektive mit Minolta-A-Bajonett funktionieren. Dann muss der Videofilmer aber auf den Autofokus verzichten.

Der Markt von Videokameras mit Wechselobjektiven ist derzeit sehr übersichtlich. Canon bietet beispielsweise seit langem mit dem XL-System eine Kamera an, die auf EF-Objektive zurückgreifen kann. Panasonic hat kürzlich einen kleinen Proficamcorder für Ende 2010 angekündigt, der Micro-Four-Thirds-Objektive benutzen kann.

Mit dem Standard-Objektiv und Akku wiegt Sonys NEX-Kamera 1,3 Kilo. Das Leergewicht beträgt 620 Gramm. Mit dem Standard-Akku kann die Kamera laut Sony 2,5 Stunden lang aufnehmen. Ein größerer Akku als Option soll eine Laufzeit von 5,5 Stunden liefern.

Sonys NEX-VG10 kostet fast 2.000 Euro. Die ersten Kameras sollen ab Ende September 2010 in den Läden stehen.  (ase)


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