Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76390.html    Veröffentlicht: 12.07.2010 14:07    Kurz-URL: https://glm.io/76390

Sparus

Katalanisches Team gewinnt Roboterwettbewerb der Nato

Die Nato hat eine Wettbewerb für Unterwasserroboter veranstaltet. Bewertet wurden die Leistungen der Roboter unter Wasser, aber auch die Herangehensweise der Teams. Gewonnen hat ein torpedoförmiger Roboter aus Spanien.

Sparus, der Unterwasserroboter (Autonomous Underwater Vehicle, AUV) der Universität im katalanischen Girona, hat einen vom nordatlantischen Verteidigungsbündnis (North Atlantic Treaty Organization, Nato) ausgeschriebenen Studentenwettbewerb gewonnen. Es war die fünfte Auflage des Student Autonomous Underwater Challenge - Europe (SAUC-E).

Test im Hafen

Neun Universitäten aus vier Ländern hatten sich zu der Ausscheidung angemeldet, die am Unterwasserforschungsinstitut der Nato (Nato Undersea Research Center, Nurc) in La Spezia stattfand. Die AUVs mussten unter Wasser im Hafenbecken der norditalienischen Stadt autonom einen Testparcours absolvieren.

Dazu gehörten mehrere Tore, die ohne Berührung durchfahren werden mussten. Außerdem mussten die Roboter eine Rohrleitung kontrollieren, indem sie an der 20 m langen Leitung in einem Abstand von 0,5 m entlang fuhren. Weitere Aufgaben waren, einen Gegenstand aufzuspüren, der an einer Leine befestigt im Wasser schwebte, oder verschiedene Figuren zu fahren. Am Ende musste das Unterwasserfahrzeug an einer bestimmten Stelle im Hafenbecken von La Spezia wieder auftauchen.

Präsentieren und Fahren

Entscheidend für den Sieg war allerdings nicht allein das Ergebnis des Tauchwettbewerbs. Die Juroren bewerteten auch die technische und handwerkliche Leistung, das Sicherheitskonzept und schließlich die Präsentation des Projekts. So musste jedes Team einen wissenschaftlichen Aufsatz zu seinem AUV schreiben und der Jury das Projekt mündlich vorstellen.

Das erfolgreichste AUV in diesem Jahr war Sparus vom Team Vicorob aus Girona. Das ist ein länglicher, torpedoförmiger Roboter, der von drei Motoren angetrieben wird. An Bord hat er einen nicht näher bezeichneten Computer, der auf einem Linux-Betriebssystem (Kernel 2.6) läuft. Zur Navigation nutzt Sparus eine Reihe von Sensoren, darunter zwei Unterwasserkameras, Sonar, ein Inertiales Navigationssystem sowie drei Hydrophone.

Algorithmen für Schwimmbecken und Haushalt

Sie hätten Sparus zwar im Hinblick auf den Wettbewerb konstruiert, sagten die Entwickler. Das AUV könne aber auch für andere Unterwassermissionen eingesetzt werden, etwa für wissenschaftliche Untersuchungen des Meeresgrundes. Die für Sparus entwickelten Algorithmen ließen sich sogar auf Roboter portieren, die Schwimmbecken reinigten oder im Haushalt sauber machten.

Mit dabei waren auch zwei Teams aus Deutschland: eines vom Deutschen Institut für Künstliche Intelligenz in Bremen und eines von der Universität von Lübeck. Dessen Tauchroboter Hanse sei vor allem unter dem Gesichtspunkt der Kostenoptimierung entwickelt, erklärte Teamleiter Christoph Osterloh. So ist der Bordrechner ein handelsübliches Notebook mit einem Zwei-Kern-Prozessor, das in einem wasserdichten Koffer untergebracht ist. Wollen die Wissenschaftler etwas an dem AUV machen, müssen sie nur den Deckel hochklappen und können loslegen. Die beiden deutschen Teams gingen bei dem Wettbewerb aber leer aus.  (wp)


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