Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76287.html    Veröffentlicht: 07.07.2010 12:15    Kurz-URL: https://glm.io/76287

Athlon Neo II K125

Acers AMD-Netbooks mit 10 und 12 Zoll ab 329 Euro

Die ersten Netbooks mit AMD-Prozessoren sind da. Acer liefert ab sofort die Modelle Aspire One 521 und 721 mit einem 10- beziehungsweise 12-Zoll-Display aus. Neben deutlich höherer CPU-Leistung als bei Intels Atom-Plattformen bieten sie auch volle HD-Fähigkeiten dank ATI-Grafik.

Bisher hatte AMD in den Empfehlungen für den Einsatzzweck seiner Mobil-CPUs den Begriff Netbook tunlichst vermieden - viel zu leistungshungrig waren die Prozessoren. Bei der mit einem Netbook assoziierten Kombination aus kleinem Preis, geringem Gewicht und hoher Laufzeit wollte der Intel-Rivale keine Enttäuschungen erzielen. Die rief schon das erste günstige ultraflache Notebook Pavilion dv2 von HP mit AMDs erstem Neo-Prozessor hervor.

Inzwischen sind die Neos aber sparsamer und schneller geworden. Anfang Mai stellte AMD in Cannes seine neuen Mobil-Prozessoren vor, darunter auch eine Serie namens "Athlon II Neo". Deren Leistungsaufnahme (TDP) liegt mit 12 Watt zwar immer noch weit über den 5,5 Watt von Intels aktuellen Atoms - dennoch baut Acer damit jetzt Geräte, die als Netbook bezeichnet werden.

In den beiden Modellen Acer Aspire One 521 (10 Zoll) und 721 (12 Zoll) steckt der Athlon II Neo K125, der mit 1,7 GHz getaktet ist und über 1 MByte L2-Cache verfügt. In seinen in Cannes gezeigten Vorserienmodellen des Aspire One 521 steckte noch die AMD-CPU V 105. Mit nur 1,2 GHz und 512 KByte L2-Cache war schon dieser Prozessor rund ein Viertel schneller als Intels Atom N450, der K135 dürfte nach seiner Papierform hier noch einmal deutlich zulegen.

Für alle aktuellen Netbook-Prozessoren von AMD gilt aber: Sie sind Einzelkerne und verfügen nicht über eine Verarbeitung von zwei Threads wie durch Intels Hyperthreading der Atoms. Dadurch können sich die Rechner trotz höherer theoretischer Leistung in der Praxis träger anfühlen als ein Atom-Netbook.

Acer kombiniert bei seinen beiden Netbooks den K125 mit Chipsatz M880G von AMD. Dessen ATI-Grafikkern Radeon HD 4225 mit 40 Rechenwerken ist zwar diskreten Notebook-GPUs weit unterlegen, bietet aber DirectX 10.1 sowie Beschleunigung von HD-Codecs bis zu allen Blu-ray-Varianten. Auch Videos für Adobes Flash-Player 10 wird laut Acer damit decodiert, so dass auch HD-Clips etwa von Youtube oder Golem.de auf diesen Netbooks ruckelfrei laufen sollten. Bei Atom-Netbooks ohne HD-Beschleuniger von Broadcom ist das nicht der Fall.

DirectX 10.1 und HD-Beschleunigung

Da die Acer-Netbooks somit auch als HD-Abspieler dienen können, ist auch ein HDMI-Port neben VGA vorhanden. Der Rest der Anschlüsse ist typisch für Netbooks: Dreimal USB 2.0, Audio, aber kein Erweiterungssteckplatz für Express-Cards werden geboten. Gigabit-Ethernet unterstützt nur das Modell 721, das Aspire One 512 muss mit Fast-Ethernet auskommen. WLAN nach 802.11b/g/n und Bluetooth 3.0 beherrschen beide Geräte.

Weitere Unterschiede gibt es bei der Speicherausstattung. Das kleinere Netbook ist mit nur einem Slot für SO-DIMMs nach DDR3 versehen, darin steckt ab Werk 1 GByte Hauptspeicher. Zwei dieser Slots mit je einem 1-GByte-Modul hat das 721, es lässt sich so auch günstig auf 4 GByte erweitern. Den größten Unterschied macht das Display: Die netbooktypischen 1.024 x 600 Pixel bietet das Modell 521 auf 10 Zoll Diagonale, beim Aspire One 721 sind es 1.366 x 768 Pixel auf 11,6 Zoll. Zudem ist das 521 mit Windows 7 Starter versehen, das 721 mit Windows 7 Home Premium in der 64-Bit-Version.

Das Gewicht der beiden Geräte liegt dabei im Rahmen von Netbooks - auch das 721 ist mit 1,4 kg nicht besonders schwer, das 521 kommt sogar nur auf 1,25 kg. Das gilt aber nur für die kleinsten Konfigurationen mit einem 6-Zellen-Akku von 4,4 Amperestunden Kapazität, der in beiden Netbooks steckt. Versionen mit 5,6 Amperestunden sollen laut Acer folgen, auch dabei handelt es sich aber um einen Akku aus sechs Zellen, so dass allein diese Angabe nicht zur Unterscheidung dienen kann.

Mit dem kleinen Akku verspricht Acer beim Modell 521 immerhin 6 Stunden Laufzeit, 7,5 Stunden sollen es mit dem größeren Stromspeicher sein. Auf 5 Stunden kommt das Modell 721, mit dem künftigen Akku sollen es 6,5 Stunden sein. Angesichts von neuen Atom-Netbooks, die häufig über 10 Stunden erreichen, ist das wenig - aber dafür gibt es auch mehr Rechenleistung und bessere Grafik- und Videofunktionen.

Beide Netbooks liefert Acer laut Angaben des Unternehmens ab sofort aus, sie kosten in der beschriebenen Ausstattung zusammen mit einer 250-GByte-Festplatte 329 Euro (UVP) für das Modell 521 und 399 Euro beim Modell 721.  (nie)


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