Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76269.html    Veröffentlicht: 06.07.2010 17:29    Kurz-URL: https://glm.io/76269

Stromsparfunk

Bluetooth 4.0 ist fertig

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat die Kernspezifikation von Bluetooth 4.0 fertiggestellt und nun auch die geplante Stromspartechnik in den Funkstandard integriert. Damit soll Bluetooth in völlig neue Geräteklassen Einzug halten.

Mit seiner neuen Stromspartechnik soll Bluetooth in der Version 4.0 neue Märkte erobern, denn auch Geräte, die mit einer Knopfzelle betrieben jahrelang laufen, sollen so künftig Bluetooth unterstützen können. Dabei geht es beispielsweise um mobile Gesundheitsapplikationen, Sportgeräte oder Produkte im Sicherheitsbereich und in der Unterhaltungselektronik.

Die stromsparende Bluetooth-Variante setzt auf kurze Pakete mit acht bis 27 Oktetts, die mit 1 MBit/s übertragen werden. Gefunkt wird im 2,4-GHz-Bereich, wobei Frequency-Hopping Störungen mit anderen Geräten minimieren soll. Ein großer Teil der Logik wird in den Controller verfrachtet, so dass die Hosts die meiste Zeit im Schlummermodus verbringen können und nur gezielt aufgeweckt werden, wenn es für sie etwas zu tun gibt.

Damit das Stromsparen nicht zur Bremse wird, sollen sich Verbindungen in nur 3 ms aufbauen lassen, dann können Daten übertragen werden. Die Reichweite soll dank eines erhöhten Modulationsindexes auf über 100 Meter steigen. Eine 24-Bit-Fehlerkorrektur soll die Verbindungen robust machen, verschlüsselt wird zudem mit AES-128.

Bluetooth 4.0 umfasst letztendlich drei Spezifikationen in einer: Neben dem klassischen Bluetooth sind das das schon genannte Bluetooth Low Energy und Bluetooth High Speed. Alle drei Technologien können einzeln genutzt oder miteinander kombiniert werden. So werden Tritt- und Glukosesensoren vermutlich nur die Energiesparvariante nutzen, während Uhren zum einen die Energiesparvariante zum Sammeln von Informationen von Sensoren nutzen, zum anderen die gesammelten Daten mit klassischem Bluetooth an einen Computer übermitteln. Smartphones und PCs könnten alle drei Teile der Spezifikation unterstützen.

Um eine Vielzahl an Geräten miteinander verbinden zu können, kommen 32-Bit-Adressen zum Einsatz. Auch Mesh-Netze sollen sich auf dieser Basis realisieren lassen.

Hersteller können die Reichweite von Bluetooth mit der neuen Spezifikation anpassen. Während heute die meisten Geräte eine Reichweite von 10 Metern bieten, sollen Hersteller ihre Geräte auch auf höhere Reichweiten von 65 Meter und mehr auslegen können. Dies sei beispielsweise für Sensoren notwendig, die in der eigenen Wohnung verteilt werden sollen.

Mit der nun fertiggestellten und veröffentlichten "Bluetooth Core Specification 4.0" können Hersteller mit Interoperabilitätstests beginnen und das Zusammenspiel ihre Implementierungen der Spezifikation mit denen anderer Hersteller testen. Dazu findet vom 4. bis 8. Oktober in Barcelona das 37. Unplugfest der Bluetooth SIG statt.  (ji)


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