Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/1007/76231.html    Veröffentlicht: 05.07.2010 15:30    Kurz-URL: https://glm.io/76231

DBAN

Festplatten sicher löschen

Wer seine ausgemusterte Festplatte auf den Sperrmüll bringt, braucht sich nicht wundern, wenn die darauf gespeicherten Daten später irgendwo im Internet auftauchen. DBAN hingegen putzt alle Daten sauber von den Festplatten - restlos.

Es gibt neugierige Menschen; und es landen Festplatten auf dem Sperrmüll oder auf Flohmärkten, auf denen noch Daten schlummern: Eine unheimliche Kombination, wenn es um Datensicherheit geht. Denn Festplatten sind nun einmal dazu ausgelegt, Daten zu speichern - bis man sie versehentlich oder explizit löscht.

Gelöscht ist nicht gleich gelöscht

Aber auch das Löschen der Daten bedeutet nicht unbedingt, dass sie unwiderruflich fort sind. Unanständige Bildchen, die sich beispielsweise im Papierkorb befinden, sind nun einmal nicht weg, sondern nur aus dem Blickfeld verschwunden. Profis und Eltern werden sie unbeschadet in den entsprechenden Systemverzeichnissen des jeweiligen Betriebssystems wiederfinden. Datenträger-Forensiker kratzen auch dann noch Daten von der Festplatte, wenn sie schon aus dem Papierkorb gelöscht wurden. Auch das Formatieren einer Festplatte hilft entgegen einer weit verbreiteten Meinung nichts: Oft bleiben dabei Bilder und Texte unbehelligt und können mit wenig Aufwand rekonstruiert werden.

Wer also Patientenakten oder Steuererklärungen nicht aus Versehen weitergeben will, kann mit Dariks Boot and Nuke - auch DBAN genannt - seine Festplatten sauberputzen. Die aktuelle Version 2.2.6 verwendet den Linux-Kernel in der Version 2.6.33 und funktioniert mit den meisten Festplattencontrollern.

Im Bootmenü sind bereits einige Optionen integriert, etwa das Löschen sämtlicher erkannter Festplatten ohne Nachfragen. Doch der Benutzer sollte sich lieber zunächst das Optionsmenü von DBAN anzeigen lassen, das nach dem Start des Linux-Kernels erscheint.

Löschen nach Geheimdienst-Vorgaben

Zur Auswahl stehen mehrere Löschverfahren, etwa die vom amerikanischen Department of Defense vorgeschriebenen drei Durchläufe, die mit Hilfe des Zufallsgenerators Mersenne-Twister willkürlich Daten auf die Festplatte schreiben. Oder das von der kanadischen Royal Canadian Mounted Police vorgeschriebene Verfahren, das mit insgesamt acht Durchläufen digitales Kauderwelsch auf die Spuren des Datenträgers legt. Jedes Verfahren kann auch mehrere Male hintereinander angewendet werden, je nachdem, wie vertraulich die Daten auf der Festplatte waren.

Je höher die Durchlaufzahl, desto länger kann sich der Anwender während des Löschvorgangs mit anderen Dingen beschäftigen, einkaufen gehen oder eine Weltreise antreten. Wer nur einen Windows-Rechner von einem Virenbefall befreien will, kann die Option Quick Erase wählen, die zeitlich noch nicht einmal für eine ausgedehnte Kaffeepause reicht, dafür aber alle Bereiche der Festplatte mit Nullen überschreibt - auch die, die ein Formatierungswerkzeug auslässt.

DBAN befreit so ziemlich jede Festplatte von vertraulichen Daten. Danach kann sie bedenkenlos auf den Sperrmüll gebracht oder gar verkauft werden. DBAN ist genauso sicher, als wenn der Anwender eine Harddisk aufschraubt und die einzelnen Platter mit Schmirgelpapier bearbeitet.

Der Werkzeugkasten von Golem.de ist eine Sammlung kleiner Hilfsprogramme, die die Redaktion einsetzt. Vielleicht gibt es Alternativen, die ein Problem besser lösen? Wir freuen uns über Rückmeldungen und Tipps zu vergleichbaren Werkzeugen - auch für andere Betriebssysteme - im Forum.  (jt)


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